Zum Hauptinhalt springen

Tausende gegen den G-20-Gipfel

Bis zu 3000 Menschen haben in Seoul gegen den Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) demonstriert – deutlich weniger Teilnehmer als erwartet.

Widerstand auf der Strasse: Die Kundgebung am 11. November in Seoul.
Widerstand auf der Strasse: Die Kundgebung am 11. November in Seoul.

Damit gingen am Donnerstag deutlich weniger Menschen auf die Strasse als erwartet. Die Organisatoren gaben die Zahl der Teilnehmer mit 3000 an; sie hatten mit 10'000 Teilnehmern gerechnet. Die Polizei sprach unterdessen von rund 2500 Demonstranten. Unter ihnen waren Studenten, Gewerkschafter und Aktivisten verschiedener globalisierungskritischer Organisationen.

«G-20 – hört auf, die Bevölkerung für die Krise zahlen zu lassen», stand auf einem Banner geschrieben. Bei einer Protestaktion vor dem Veranstaltungsort des Gipfels übergoss sich am Donnerstagmorgen eine etwa 30-jährige Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit und versuchte, sich anzuzünden. Die Polizei konnte die Frau aber daran hindern. Die Hintergründe der Aktion waren unklar. Im ganzen Land sind 50'000 Polizisten im Einsatz, um für die Sicherheit des Gipfels am Donnerstag und Freitag zu sorgen.

Echo auf Debatte zu Entwicklungshilfe

Internationale Hilfsorganisationen begrüssten, dass die G-20-Staaten neben den handelspolitischen Streitigkeiten um zu hohe Exportüberschüsse und manipulierte Währungen auch die Entwicklungszusammenarbeit auf die Agenda gesetzt haben. Zugleich befürchteten sie, dass sich die Regierung mit Verweis auf die schwierige wirtschaftliche Lage um Zusagen bei der Entwicklungshilfe herumdrücken könnte.

Es sei «klar», dass die G-20-Staaten Wachstum als wichtiger ansähen als Hilfen, erklärte Oxfam-Direktor Jeremy Hobbs. Adrian Lovett von der Organisation Save the Children drückte seine «Sorge» aus, dass Versprechen nicht eingehalten würden. So seien von den Zusagen in Höhe von 25 Milliarden Dollar, die 2005 von den wichtigsten acht Industriestaaten (G-8) gemacht worden seien, erst zwölf Milliarden gezahlt worden.

Appell wegen hoher Kindersterblichkeit

Die Hilfsorganisation World Vision erklärte, die G-20 seien dabei, den G-8-Verbund als global wegweisende Institution abzulösen. «Diese Führungsaufgabe muss verdient werden und die Bekämpfung der Kindersterblichkeit ist eines der dringendsten Menschheitsziele», hiess es. Deutschland solle dabei seine Einflussnahmenmöglichkeiten wahrnehmen und auf konkrete Aktionspläne für die Armutsbekämpfung drängen.

AFP/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch