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Taliban töteten Rabbani mit einer Turban-Bombe

Die Taliban haben sich zum Selbstmordattentat auf den afghanischen Ex-Präsidenten bekannt. Offenbar hatte einer der Täter einen Sprengsatz in seinem Turban versteckt.

Wollte die Aussöhnung mit den Taliban: Der frühere Präsident Afghanistans, Burhanuddin Rabbani.
Wollte die Aussöhnung mit den Taliban: Der frühere Präsident Afghanistans, Burhanuddin Rabbani.

Die Taliban haben sich zu dem Selbstmordanschlag auf den früheren afghanischen Präsidenten Burhanuddin Rabbani bekannt. Ein Taliban-Sprecher sagte am Dienstag, zwei Kämpfer hätten Rabbani in dessen Haus zu Gesprächen getroffen. Einer von beiden habe dann einen Sprengsatz gezündet. Dieser sei im Turban versteckt gewesen. Bei dem Anschlag seien neben Rabbani und den zwei Taliban auch vier Sicherheitskräfte getötet worden.

Nach Angaben des Taliban-Sprechers kannte Rabbani die Attentäter. «Beide trafen ihn häufig in seinem Haus in Kabul und sicherten sich das Vertrauen Rabbanis und seiner Leibwächter», sagte der Sprecher am Telefon von einem unbekannten Ort aus. «Sie sagten Rabbani, sie würden bald hochrangige Taliban-Führer zu ihm an den Verhandlungstisch bringen.» Der Taliban-Sprecher ergänzte, ähnliche Attentate seien für die nahe Zukunft geplant.

Aussöhnung mit den Taliban

Der Leiter der polizeilichen Ermittlungen, Mohammad Sahir, wies derweil Berichte als falsch zurück, wonach neben Rabbani auch vier Leibwächter ums Leben kamen. Vier Menschen seien bei dem Selbstmordanschlag verletzt worden, darunter Karzais Berater Mohammed Massoom Staneksai, sagte Sahir.

Rabbani, Vorgänger von Präsident Hamid Karzai, war zuletzt Chef des sogenannten Friedensrates. In dieser Funktion sollte er versuchen, den jahrelangen Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen. Zu seinen Aufgaben zählte vor allem, die Aussöhnung mit den radikal-islamischen Taliban voranzubringen.

Hunderte Afghanen demonstrieren

Hunderte Menschen haben in der afghanischen Hauptstadt Kabul friedlich gegen die Ermordung von Ex-Präsident Burhanuddin Rabbani demonstriert. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelten sie sich vor dem Haus des getöteten 71-Jährigen und hielten Porträts und Plakate in die Höhe.

Viele der Demonstranten trugen schwarze Stirnbänder als Zeichen der Trauer. Während einige Regierungsvertreter in der Residenz Abschied von Rabbani nahmen, rezitierten viele Demonstranten vor dem Tor Verse aus dem Koran.

SDA/kpn

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