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Streit um Sexsklaverei – Japan ruft Botschafter aus Seoul zurück

Eine in Busan aufgestellte Statue sorgt zwischen Seoul und Tokio für diplomatische Verstimmung – und lässt einen jahrzentelangen Streit wieder neu aufflammen.

Streit um «Trostfrauen»: Ein Demonstrant mit einer Maske von Japans Premierminister Shinzo Abe kniet in Busan vor einer Gedenkstatue. (4. Januar 2017)
Streit um «Trostfrauen»: Ein Demonstrant mit einer Maske von Japans Premierminister Shinzo Abe kniet in Busan vor einer Gedenkstatue. (4. Januar 2017)
Yonhap, AFP
Die euphemistisch genannten «Trostfrauen» sollen der 200'000 Frauen gedenken, die während des Zweiten Weltkriegs in Bordellen arbeiten mussten. (30. Dezember 2016)
Die euphemistisch genannten «Trostfrauen» sollen der 200'000 Frauen gedenken, die während des Zweiten Weltkriegs in Bordellen arbeiten mussten. (30. Dezember 2016)
Yonhap, AFP
Der Entscheid der japanischen Regierung, ihren Botschafter vorübergehend abzuziehen, hat den Streit zwischen den beiden Länder wieder aufflammen lassen. (28. Dezember 2016)
Der Entscheid der japanischen Regierung, ihren Botschafter vorübergehend abzuziehen, hat den Streit zwischen den beiden Länder wieder aufflammen lassen. (28. Dezember 2016)
Kim Sun-ho/Yonhap, Keystone
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Japan zieht vorübergehend seinen Botschafter aus Südkorea ab. Grund für den Schritt ist die Errichtung einer Statue in Südkorea, die ein Mädchen als Symbol der Opfer symbolisiert. Die Statue sei «extrem bedauerlich», sagte ein japanischer Regierungssprecher am Freitag. Neben dem Abzug des Botschafters werde Japan auch einen Wirtschaftsdialog mit Südkorea über ein neues Währungstausch-Abkommen aussetzen.

Beide Nachbarstaaten hatten sich Ende 2015 nach jahrelanger Eiszeit wegen Japans Sexsklaverei im Zweiten Weltkrieg darauf geeinigt, den Streit «endgültig» und «unumkehrbar» beizulegen. Die Regierung in Seoul nannte Japans Rückbeorderung seines Botschafters extrem bedauerlich.

200'000 «Trostfrauen»

Nach Schätzungen von Historikern waren im Zweiten Weltkrieg bis zu 200'000 Frauen, vor allem aus Korea und China, gezwungen worden, Soldaten der japanischen Kaiserarmee in Frontbordellen zu Diensten zu sein.

Heute sind nur noch wenige der inzwischen hochbetagten Opfer in Südkorea am Leben. Kein anderes Thema hat die Beziehungen der beiden asiatischen Staaten in den vergangenen Jahrzehnten so sehr belastet wie das Schicksal der euphemistisch «Trostfrauen» genannten Opfer.

Japan hatte als Voraussetzung für eine Beilegung des Streits unter anderem gefordert, dass eine direkt vor der japanischen Botschaft errichtete Statue, die ein Mädchen als Symbol der Opfer symbolisiert, verschwindet.

Bürgergruppe verärgert Japan

Doch nun hat eine südkoreanische Bürgergruppe vor dem japanischen Konsulat in der Stadt Busan eine weitere solche Statue errichtet. Man habe Südkorea wiederholt aufgefordert, die Sache angemessen beizulegen, doch die Situation habe sich «nicht verbessert», sagte Japans Regierungssprecher Yoshihide Suga.

Neben der vorübergehenden Heimholung seines Botschafters will Japan auch hochrangige Wirtschaftsgespräche mit Seoul sowie Gespräche über eine geplante Kooperation im Devisenhandel auf Eis legen.

SDA/bee

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