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Sondereinheit nimmt Kremlgegner Nawalny fest

Nach einem «Gespräch» durfte er wieder gehen: Der Oppositionelle Alexej Nawalny ist in Moskau festgehalten worden. Oppositionelle befürchten, dass der Kandidat fürs Stadtpräsidium kaltgestellt wird.

Trat an einer Wahlkampfveranstaltung auf: Alexej Nawalny wird von Polizisten wegeskortiert. (25. August 2013)
Trat an einer Wahlkampfveranstaltung auf: Alexej Nawalny wird von Polizisten wegeskortiert. (25. August 2013)
AFP

Eine Sondereinheit der russischen Polizei hat den Kremlgegner Alexej Nawalny nach einem Wahlkampfauftritt vor der Stadtpräsidentenwahl in Moskau kurzzeitig festgenommen. Nach einem «Gespräch» über Verstösse gegen das Versammlungsrecht sei der Kandidat wieder freigelassen worden.

Dies teilte das Innenministerium der Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Es seien Rechte und Interessen anderer Bürger verletzt worden, hiess es. Details nannte die Pressestelle des Ministeriums nicht.

Mehrere Tausend Menschen

Zu der Wahlkampfveranstaltung waren mehrere Tausend Menschen gekommen. Nawalny beklagt vor der Abstimmung am 8. September zunehmende Behördenschikanen, inszenierte Strafverfahren und Justizwillkür.

Die Sprecherin des prominenten Anwalts, Anna Weduta, hatte zuvor gesagt, dass der prominente Blogger ohne Angaben von Gründen abgeführt worden sei.

Als scharfer Gegner von Kremlchef Wladimir Putin steht Nawalny mitten im Wahlkampf um das Stadtpräsidium der russischen Hauptstadt. Er gilt als wichtigster Gegner von Amtsinhaber Sergej Sobjanin, der vom Kreml gestützt wird. Die Opposition befürchtet, dass Nawalny vor dem Urnengang politisch kaltgestellt werden soll.

Nawalny war im Juli in einem umstrittenen Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde allerdings bis zu einem Berufungsverfahren ausgesetzt, um ihm die Teilnahme am Wahlkampf zu ermöglichen.

SDA/mw

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