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Selbstmordattentäter reisst Frauen und Kinder mit in den Tod

Bei mehreren Anschlägen starben in Pakistan mindestens 53 Menschen. Die Bomben wurden bei einer Moschee und auf einem Markt gezündet. Zurzeit besucht der britische Premierminister David Cameron das Land.

Blutiger Sonntag in Pakistan: Rettungskräfte bergen in Peshawar einen verletzten Knaben. (30. Juni 2013)
Blutiger Sonntag in Pakistan: Rettungskräfte bergen in Peshawar einen verletzten Knaben. (30. Juni 2013)
Reuters

Bei einer Reihe von Anschlägen sind am Sonntag in Pakistan mindestens 53 Menschen getötet worden. Der blutigste Anschlag ereignete sich in der südwestpakistanischen Stadt Quetta, wo ein Selbstmordattentäter in der Nähe einer schiitischen Moschee 28 Menschen mit sich in den Tod riss.

Der Attentäter hatte es nach Angaben der Behörden offenbar auf die Moschee in Quettas Vorort Hazara abgesehen. Er sei an einem Kontrollpunkt wenige Meter vor dem Gotteshaus gestoppt worden und habe daraufhin dort seine Bombe gezündet, sagte der Innenminister der Provinz Baluchistan, Akbar Hussain Durrani.

«Das Abendgebet in der Moschee war gerade zu Ende», sagte der Minister. Die meisten Opfer seien Schiiten, darunter sechs Frauen und ein Kind. In Quettas Vorort Hazara leben mehrheitlich Schiiten.

Erst Mitte Juni waren bei einem Anschlag auf einen Bus mit Studentinnen in Quetta und bei einem Angriff auf das Spital, in das die Verletzten gebracht wurden, 25 Menschen getötet worden. In Hazara starben im Februar 90 Schiiten bei einer Serie von Anschlägen. Quetta gilt als eine der unruhigsten Städten Pakistans.

Anschlag auf Konvoi

In Peshawar im Nordwesten des Landes wurden bei einem Anschlag auf einen Konvoi mit Grenztruppen mindestens 17 Menschen getötet. Laut einem Polizeisprecher waren die meisten Opfer Zivilisten, da die Autobombe inmitten eines belebten Markts explodierte.

Bei weiteren Anschlägen in den Stammesgebieten Süd- und Nordwaziristan an der Grenze zu Afghanistan starben acht Menschen, darunter vier Sicherheitsvertreter. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand, doch gehen sie meistens auf das Konto der pakistanischen Taliban oder anderer radikaler Islamisten.

Cameron in Pakistan

Die blutigen Anschläge überschatteten den Besuch des britischen Premierministers David Cameron in der Hauptstadt Islamabad. Bei einem Gespräch mit Regierungschef Nawaz Sharif forderte dieser grössere Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus.

Dazu zählten neben massiven Sicherheitsmassnahmen auch grössere Investitionen in Bildung und in den Kampf gegen die Armut, sagte Cameron. Sein neugewählter pakistanischer Kollege erwiderte, sein Land sei «entschlossen, die Bedrohung durch Extremismus und Terrorismus mit neuem Nachdruck und in enger Zusammenarbeit mit unseren Freunden anzugehen.»

SDA/chk

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