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Polizei geht gegen Schwule vor

In Peking hat die Polizei zahlreiche Homosexuelle an einem Schwulentreffpunkt festgenommen. Bis 2001 wurde in China Homosexualität als Geisteskrankheit betrachtet.

Nur wenige Menschen stehen in China zu ihrer Homosexualität, da sie gesellschaftliche Konsequenzen fürchten: Ein Unterhaltungskünstler in einer Schwulenbar.
Nur wenige Menschen stehen in China zu ihrer Homosexualität, da sie gesellschaftliche Konsequenzen fürchten: Ein Unterhaltungskünstler in einer Schwulenbar.
AFP

In der chinesischen Hauptstadt Peking hat die Polizei in einer gross angelegten Aktion dutzende Homosexuelle zwischenzeitlich festgenommen. Die Beamten seien am Sonntagabend am grössten Schwulentreffpunkt Pekings vorgefahren und hätten nach Angaben von Augenzeugen etwa 80 Männer vorübergehend in Gewahrsam genommen. Dies sagte Guo Ziyang, der Vertreter einer Schwulenrechtsgruppe in der chinesischen Hauptstadt, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Polizei habe die an dem Treffpunkt im Waldgebiet Mudanyuan aufgegriffenen Männer registriert und fotografiert.

Am Montagabend sei die Polizei erneut zu dem Treffpunkt gekommen und habe Ausweise kontrolliert, fügte Guo hinzu. Noch sei unklar, ob es erneut Festnahmen gegeben habe. Der Zeitung «Global Times» zufolge nahm die Polizei auch Blutproben und Fingerabdrücke der zwischenzeitlich Festgenommenen. Ein Polizeisprecher gab demnach an, der Einsatz sei Teil der jährlichen Sicherheitsüberpüfung in Peking vor dem Nationalfeiertag am 1. Oktober gewesen, mit dem die Gründung der Kommunistischen Partei Chinas gefeiert wird.

Homosexualität wurde in China bis 2001 offiziell als Geisteskrankheit betrachtet. Trotz einer leicht gestiegenen Akzeptanz verschweigen in dem asiatischen Land viele Menschen ihre Homosexualität, da sie familiäre und gesellschaftliche Konsequenzen fürchten.

AFP/ske

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