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Nordkoreas Raketen flogen mit Schweizer Bauteilen

Uno-Ermittler haben Raketen des nordkoreanischen Regimes untersucht und darin Technik aus der Schweiz gefunden.

Nordkorea testete 2012 Unha-3-Raketen. Die Tests wurden weltweit verurteilt. (12. Dezember 2012)
Nordkorea testete 2012 Unha-3-Raketen. Die Tests wurden weltweit verurteilt. (12. Dezember 2012)
EPA/KCNA, Keystone
Das Wrack der ersten beiden Unha-3-Stufen wurde nach den Tests von der südkoreanischen Marine aus dem Gelben Meer geborgen. (12. Dezember 2012)
Das Wrack der ersten beiden Unha-3-Stufen wurde nach den Tests von der südkoreanischen Marine aus dem Gelben Meer geborgen. (12. Dezember 2012)
Keystone
Trotz UN-Sanktionen gelingt es dem Regime von Kim Jong-un immer wieder, illegal an Technik aus dem Westen zu gelangen.
Trotz UN-Sanktionen gelingt es dem Regime von Kim Jong-un immer wieder, illegal an Technik aus dem Westen zu gelangen.
EPA/KCNA, Keystone
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Nordkoreas Raketentest 2012 wurde weltweit verurteilt – auch von der Schweiz. Was die offizielle Schweiz da noch nicht ahnte und erst jetzt öffentlich wird: Die nordkoreanische Rakete flog auch dank Technik aus der Schweiz. Das belegen zwei Untersuchungsberichte des Uno-Sicherheitsrats aus den Jahren 2014 und 2015, wie der «Sonntagsblick» schreibt.

Die Berichte zeichnen nach, wie das Wrack der ersten beiden Unha-3-Stufen von der südkoreanischen Marine aus dem Gelben Meer geborgen wurde. Uno-Ermittler nahmen die Fundstücke danach genauer unter die Lupe und entdeckten Bestandteile aus 13 Ländern, darunter der USA und Südkorea. Wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gegenüber dem «Sonntagsblick» bestätigte, fanden die Spezialisten auch den Gleichstromwechsler eines Schweizer Herstellers.

Umfangreiche Nachforschungen

Das Seco musste den Uno-Ermittlern erklären, wie das Schweizer Elektronikteil in die nordkoreanische Langstreckenrakete geraten war. Über zwei Jahre dauerte es, bis das Staatssekretariat eine Antwort lieferte: «Die Schweiz konnte die Lieferkette des Konverters nicht nachverfolgen. Dies, weil die Teile in grosser Menge hergestellt und auch übers Internet vertrieben werden», heisst es im Bericht der Uno.

Seco-Sprecher Fabian Maienfisch bestätigt den Vorgang: «Wir haben die notwendigen Abklärungen durchgeführt und die Expertengruppe über die Resultate informiert.» Das betroffene Schweizer Unternehmen habe sich ausserordentlich kooperativ gezeigt und «umfangreiche Nachforschungen mit seinen Distributoren angestellt», so Maienfisch.

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