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Nordkorea bestätigt Atomwaffentest

Die Zündung einer Atombombe sei «erfolgreich» gewesen, berichtet das staatliche Fernsehen von Nordkorea. Auch die Schweiz verurteilt den Test scharf.

Es war der fünfte Atomtest in diesem Jahr: Unweit des nordkoreanischen Testgeländes Punggye wurde ein Erdbeben gemessen, das auf eine Atomexplosion hindeutete.

Bei dem Test sei ein «neu entwickelter Atomsprengkopf» zur Explosion gebracht worden, hiess es in dem Bericht. «Unsere Partei hat den Atomwissenschaftlern ein Glückwunschtelegramm für den erfolgreichen Atomtest übermittelt», hiess es weiter. Zuvor hatte es aus Südkorea geheissen, der Norden habe «höchstwahrscheinlich» zum fünften Mal eine Atombombe zu Testzwecken gezündet.

Bei dem Test sei ein «neu entwickelter Atomsprengkopf» zur Explosion gebracht worden, hiess es in dem Bericht des staatlichen Fernsehens. Der Test habe den Beweis erbracht, dass Nordkorea in der Lage sei, einen Atomsprengkopf auf eine Trägerrakete zu montieren, berichtete die Staatsagentur KCNA.

Internationale Erdbebenwarten hatten Erdstösse der Stärke 5,3 im Bereich des nordkoreanischen Atomtestgeländes Punggye-ri registriert, die nach Einschätzung südkoreanischer Experten von einer Bombenexplosion herrühren könnten. Es wurde vermutet, dass die Erdstösse künstlich ausgelöst wurden durch einen neuen Nukleartest. «Der Ort und die Stärke» der in Nordkorea gemessenen Erderschütterungen deuteten auf eine Atomexplosion hin, sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter der Agentur Yonhap.

Sicherheitsrat einberufen

Laut dem südkoreanischen Generalstab wurden die Erdstösse bei dem Testgelände Punggye-ri festgestellt. Dort hatte Nordkorea bereits im Januar seinen vierten Atomtest vorgenommen. Alle unterirdischen Atomversuche Nordkoreas seit 2006 sind bisher auf dem Versuchsgelände Punggye-ri erfolgt.

Die südkoreanische Regierung berief den Nationalen Sicherheitsrat ein. Das Militär richteten einen Krisenstab ein. Ein Sprecher der japanischen Regierung sagte, der Erdstoss deute mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Atomtest.

Erdstösse an der Oberfläche

Auch die US-Erdbebenwarte USGS hatte die Erdstösse nahe des nordkoreanischen Testgeländes gemessen und mitgeteilt, diese könnten von einer «möglichen Explosion» herrühren. Demnach wurde das Beben an der Oberfläche erfasst, normalerweise ereignen sich Erdstösse darunter.

Das chinesische Erdbebenzentrum CENC meldete, die Erschütterungen seien zweifellos Folge einer Explosion. Die Erdstösse bei Punggye-ri wurden um 8.30 Uhr (Ortszeit) registriert.

Verdächtige Aktivitäten

Zuvor hatten Satellitenaufnahmen dort schon Aktivitäten entdeckt, die auf Vorbereitungen eines fünften Atomversuchs hindeuten könnten. Nach dem Atomtest im Januar und dem umstrittenen Start einer Weltraumrakete im Februar ist die Lage in der Region sehr angespannt. Der UNO-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pyongyang verschärft.

Ungeachtet der Verwarnungen und Strafmassnahmen durch die Vereinten Nationen setzte der isolierte stalinistische Staat mit Machthaber Kim Jong-un an der Spitze seine Raketentests fort.

Das Land missachtete dabei Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, die Nordkorea solche Tests untersagen. Die Resolutionen wurden von Nordkoreas wichtigstem Verbündeten China mitgetragen.

Probleme seien nur auf dem Verhandlungsweg zu lösen

Auch die Schweiz verurteilt den jüngsten Atomwaffentest Nordkoreas. Der Test verstosse gegen die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats, erklärte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

«Dieser Test gefährdet den Frieden und die Sicherheit in der Region», hielt das EDA fest. Er laufe den Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft zur Nichtverbreitung von Nuklearwaffen zuwider – insbesondere jenen im Rahmen der Umsetzung des Kernwaffenteststopp-Vertrags.

Die Schweiz sei überzeugt, dass die nuklearen und sicherheitstechnischen Probleme auf der koreanischen Halbinsel nur auf dem Verhandlungsweg zu lösen seien. Deshalb unterstütze sie weiterhin die Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Kernwaffenprogramm und trage auf Anfrage jederzeit zu den Bemühungen um Stabilität und Frieden in der Region bei.

Raketenstart am Montag

Erst am Montag hatte Nordkorea erneut ballistische Raketen gestartet und damit den Gipfel der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) im ostchinesischen Hangzhou überschattet.

Am Dienstag hatte der UNO-Sicherheitsrat den jüngsten Raketentest Nordkoreas scharf verurteilt. Damit habe das Land gegen zahlreiche Resolutionen des Gremiums verstossen, hiess es in einer Mitteilung des Rates.

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