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USA wollen «noch nie da gewesene Sanktionen» gegen Nordkorea

Nach Angaben der südkoreanischen Armee hat Nordkorea eine Langstreckenrakete abgeschossen. Die USA kündigen Sanktionen an.

Ein undatiertes Foto zeigt den Start einer Musudan-Rakete, auch als ballistische Mittelstreckenraktete bezeichnet. Am 16. Oktober soll Nordkorea diese getestet haben. Gemäss den USA ist der Versuch jedoch fehlgeschlagen.
Ein undatiertes Foto zeigt den Start einer Musudan-Rakete, auch als ballistische Mittelstreckenraktete bezeichnet. Am 16. Oktober soll Nordkorea diese getestet haben. Gemäss den USA ist der Versuch jedoch fehlgeschlagen.
Epa/KCNA, Keystone
Kims Regierung verkündet indes den erfolgreichen Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn. (7. Februar 2016)
Kims Regierung verkündet indes den erfolgreichen Start eines Satelliten in die Erdumlaufbahn. (7. Februar 2016)
Keystone
Südkoreaner schauen in Seoul eine Dokumentation über Nordkoreas Raketenabschusspläne. (3. Februar 2016)
Südkoreaner schauen in Seoul eine Dokumentation über Nordkoreas Raketenabschusspläne. (3. Februar 2016)
AP Photo/Ahn Young-joon, Keystone
Vor knapp einem Monat erfuhren Passanten in Seoul in den Nachrichten bereits vom Nukleartest ihres nördlichen Nachbarn. (6. Januar 2016)
Vor knapp einem Monat erfuhren Passanten in Seoul in den Nachrichten bereits vom Nukleartest ihres nördlichen Nachbarn. (6. Januar 2016)
AP/Lee Jin-man, Keystone
Der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani (M.) eilt zum Büro des Premierministers. (6. Januar 2016).
Der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani (M.) eilt zum Büro des Premierministers. (6. Januar 2016).
AP/Kyodo News, Keystone
Japans Premier Shinzo Abe kritisiert Nordkoreas Vorgehen scharf und droht Konsequenzen an.
Japans Premier Shinzo Abe kritisiert Nordkoreas Vorgehen scharf und droht Konsequenzen an.
AP/Kyodo News, Keystone
Lässt einmal mehr seine Muskeln spielen: Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un, hier bei einer Militärparade am 10. Oktober 2015.
Lässt einmal mehr seine Muskeln spielen: Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un, hier bei einer Militärparade am 10. Oktober 2015.
AP/Wong Maye-E, Keystone
Breaking News: Südkoreanische Fernsehsender berichteten ununterbrochen über den Vorfall.
Breaking News: Südkoreanische Fernsehsender berichteten ununterbrochen über den Vorfall.
EPA/Jeon Heon-Kyun, AFP
Ein südkoreanischer Soldat justiert im Studio in Yeoncheon die Anlage, um Nordkorea mit Musik und Propaganda-Botschaften zu beschallen. (8. Januar 2016)
Ein südkoreanischer Soldat justiert im Studio in Yeoncheon die Anlage, um Nordkorea mit Musik und Propaganda-Botschaften zu beschallen. (8. Januar 2016)
Newsis via AP/ Lim Tae-hoon, Keystone
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Ungeachtet internationaler Warnungen hat Nordkorea nach Angaben Seouls eine Langstreckenrakete gestartet. Das südkoreanische Militär habe deren Flugbahn verfolgt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit.

Mittlerweile hat Nordkorea den erfolgreichen Start eines Satelliten gemeldet. Mit einer Rakete sei er in die Erdumlaufbahn befördert worden, berichtete das Staatsfernsehen in einem Sonderbeitrag. Es würden weitere Satellitenstarts folgen. Zudem hiess es, der Start sei von Machthaber Kim Jong-un angeordnet worden.

Die USA streben «noch nie da gewesene Sanktionen» gegen Pyongyang an. Die amerikanische UN-Botschafterin Samantha Power sagte am Sonntag, dies sollte sehr schnell geschehen und Massnahmen enthalten, mit denen der nordkoreanische Staatschef nicht rechne.

«Grosse Besorgnis»

Chinas UN-Botschafter Liu Jieyi sagte allerdings, die angekündigte Resolution sollte Spannungen reduzieren und Nordkorea mit diplomatischen Mitteln dazu bringen, auf sein Atomwaffenprogramm zu verzichten. Die USA und China arbeiten seit dem jüngsten nordkoreanischen Atomwaffentest vom 6. Januar an einer weiteren Nordkorea-Resolution.

Washington und Seoul sehen in Satellitenmissionen Nordkoreas einen Vorwand für den Test militärischer Langstreckenraketen. Der UN-Sicherheitsrat hat dem Land jegliche Nuklearversuche oder Tests mit ballistischen Flugkörpern verboten.

Mit «grosser Besorgnis» nahm auch die Schweiz den Raketenstart zur Kenntnis. Die Schweiz «verurteilt diesen Akt als Verstoss gegen die Resolutionen 1718, 1874, 2087 und 2094 des UNO-Sicherheitsrates», teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit.

Trümmerteile fielen ins Meer

Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums in Seoul erklärte, eine Langstreckenrakete sei zwischen 9:30 und 9:35 Uhr von einer Rampe auf der nordkoreanischen Westküste abgefeuert worden. Allerdings sei das Geschoss rund sechs Minuten später von den Radarschirmen des südkoreanischen Militärs verschwunden. Später meldete der japanische Sender NHK, rund 14 Minuten nach dem Start seien 250 Kilometer vor der Südwestküste der koreanischen Halbinsel offenbar Trümmerteile ins Ostchinesische Meer gefallen. Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte in Tokio, auf japanisches Territorium seien kein Schutt gefallen.

Eine Aufnahme der Sohae Satelliten Station in Nordkorea. (via Twitter The Straits Times, Foto: Reuters)

Ministerpräsident Abe nannte den Raketenstart Nordkoreas und den jüngsten Atomtest des Landes eine Verletzung von UN-Vereinbarungen. «Wir können das absolut nicht erlauben», erklärte er vor Reportern. Zudem kündigte Abe Massnahmen zum Schutz der japanischen Bevölkerung an.

US-Aussenminister John Kerry erörterte am Sonntag in Telefonaten mit seinen südkoreanischen und japanischen Kollegen die Lage. Kerry habe dabei die Bedeutung einer «vereinten internationalen Antwort auf die nordkoreanischen Provokationen» und einer harten Sicherheitsresolution gegen Pyongyang betont.

Im Weissen Haus erklärte die nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice, Nordkoreas Raketen- und Nuklearwaffenprogramme stellten ernsthafte Bedrohungen der Interessen der USA und jenen ihrer engsten Verbündeten dar. Auch Frieden und Sicherheit in der Region würden dadurch untergraben.

UN-Dringlichkeitssitzung

Der UN-Sicherheitsrat hält heute Sonntag eine Dringlichkeitssitzung zu dem Raketenstart Nordkoreas ab. Die USA bestätigten das Treffen und forderten auch eine Teilnahme Japans an. Frankreich verlangt Konsequenzen: «Frankreich fordert heute im Sicherheitsrat eine schnelle und harte Reaktion der internationalen Gemeinschaft», hiess es am Sonntag aus dem Élyséepalast in Paris.

Seit seiner Machtübernahme Ende 2011 hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un drei Tests mit Langstreckenraketen befehligt. Zuletzt hatte das kommunistische Land im Dezember 2012 eine solche Rakete erprobt.

(SDA)

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