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Nordkorea droht mit Auslöschung Seouls

Die nordkoreanischen Streitkräfte haben gedroht, die südkoreanische Hauptstadt Seoul zu zerstören. Zudem hat das kommunistische Land trotz internationaler Kritik weitere Raketenstarts angekündigt.

Das nordkoreanische Militär lässt seine Muskeln spielen: Soldaten an einer Kundgebung in Pyöngyang. (20. April 2012)
Das nordkoreanische Militär lässt seine Muskeln spielen: Soldaten an einer Kundgebung in Pyöngyang. (20. April 2012)
Keystone

In einer Heute veröffentlichten Erklärung haben Nordkoreas Streitkräfte gedroht, die südkoreanische Hauptstadt Seoul in Schutt und Asche zu legen. «Spezielle Aktionen» würden alles in «drei oder vier Minuten mit beispiellosen Mitteln und Methoden» zu Asche verwandeln. Die Armee warf der Regierung von Lee Myung Bak und den konservativen Medien in Südkorea zudem vor, die öffentliche Meinung gegenüber dem Nachbarland aufzuhetzen. Seit mehreren Monaten bereits kritisiert Pyongyang die südkoreanische Regierung. Letzten Freitag forderten zehntausende Menschen auf einer Kundgebung in der nordkoreanischen Hauptstadt den Tod Lees, weil dieser den nordkoreanischen Staatsgründer Kim Jong-il beleidigt haben soll.

Lee habe Feier «entweiht»

Aus Sicht des kommunistischen Nordens hat der südkoreanische Präsident Lee die Feiern zum hundertsten Geburtstag des Staatsgründers «entweiht», die am 15. April mit grossem Pomp begangen wurde. Lee hatte unter anderem die hohen Kosten des Satellitenstarts anlässlich der Feiern kritisiert. Er hat dabei auf die hungernde Bevölkerung des Nordens hingewiesen und gesagt, mit den geschätzten 850 Millionen Dollar, die der Abschuss des Beobachtungssatelliten kostete, hätte der Norden 2,5 Millionen Tonnen Getreide kaufen können. Der Start war letztlich fehlgeschlagen, da die Rakete nach wenigen Minuten ins Meer stürzte. Trotz dieses Debakels oder gerade deswegen plant Nordkorea nun, einen weiteren Satelliten in All zu schiessen.

Ungeachtet eines internationalen Verbots und des Scheitern seines letzten Raketenstarts will Nordkorea weiter versuchen, einen Satelliten in den Weltraum zu bringen. Die Proteste Südkoreas, Japans und der USA würden das Land nicht davon abhalten, einen Satelliten «nach dem anderen ins All» zu schiessen, hiess as letzten Freitag in einer Erklärung der nordkoreanischen Kommission für Weltraumtechnologie. Die Untersuchung zum Unglück beim Start vor einer Woche sei abgeschlossen. Die Lehren daraus würden einen grösseren Erfolg bei künftigen Starts ermöglichen, hiess es.

Rakete ins Meer gestürzt

Am 13. April war die Unha-3-Trägerrakete mit einem Beobachtungssatelliten nur zwei Minuten nach dem Start ins Gelbe Meer gestürzt. Die USA, Japan und Südkorea sahen in dem Start einen verdeckten Test einer Langstreckenrakete für das Atomprogramm und damit als Verstoss gegen mehrere UNO-Resolutionen, die Nordkorea solche Tests eigentlich verbieten.

Die USA reagierten mit dem Aussetzen der Nahrungsmittellieferungen, welche sie im Februar im Gegenzug für die Aussetzung des Urananreicherungsprogramms und aller Atom- und Raketentests zugesagt hatten.

UNO droht mit Verschärfung der Sanktionen

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den Start und drohte damit, die bereits bestehenden Sanktionen zu verschärfen. Japans Regierungschef Yoshihiko Noda schickte am Freitag einen Brief an den südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak, um die gemeinsame Politik gegenüber Nordkorea zu koordinieren.

afp/sda/seb

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