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Nord- und Südkorea wollen getrennte Familien vereinen

Seit 2014 hat es keine Wiedervereinigung von nord- und südkoreanischen Familienmitgliedern gegeben. In der Grenzstadt Panmunjom wurden nun erste Gespräche geführt.

Abschied nach erstem Treffen: Nord- und Südkoreaner reichen sich die Hände. (25. Februar 2014) Bild: AP Photo/Yonhap, Lee Ji-eun
Abschied nach erstem Treffen: Nord- und Südkoreaner reichen sich die Hände. (25. Februar 2014) Bild: AP Photo/Yonhap, Lee Ji-eun

Nord- und Südkorea haben Gespräche zur Zusammenführung von Familien aufgenommen, die im Korea-Krieg in den 1950er Jahren auseinandergerissen wurden. Das Treffen in der Grenzstadt Panmunjom am Montag war erst dadurch ermöglicht worden, dass die beiden Koreas vor kurzem an gleicher Stelle eine Übereinkunft über einen schwelenden Streit getroffen hatten. Der durch eine Minenexplosion und die Verstümmelung von zwei südkoreanischen Soldaten ausgelöste Konflikt hatte zuvor Ängste vor einem erneuten Krieg auf der Koreanischen Halbinsel ausgelöst.

Zu den hochemotionalen Wiedervereinigungen von Familienmitgliedern ist es seit Anfang 2014 nicht mehr gekommen. Die meisten, die entsprechende Anträge gestellt haben, sind mittlerweile über 70 Jahre alt und hoffen auf ein Wiedersehen, bevor sie sterben. Viele Nord- und Südkoreaner wissen nicht einmal, ob ihre Angehörigen auf der anderen Seite der schwer bewachten Grenze noch leben. Der Austausch durch Briefe, Telefonate oder E-Mails ist weitgehend verboten.

Besorgnis wegen Rakete

Dass die Familienzusammenführungen glücken, ist alles andere als sicher: Immer wieder sind entsprechende Pläne in den vergangenen Jahren gescheitert. Ausländische Experten sind zudem nach wie vor skeptisch, ob die verbesserten innerkoreanischen Beziehungen halten werden. Ein Grund der Besorgnis ist, dass Nordkorea im kommenden Monat zum Jahrestag der Gründung der Regierungspartei von Machthaber Kim Jong Un vor 70 Jahren ein Gerät abschiessen will, das es selbst als Satelliten bezeichnet. Ähnliche Abschüsse hatten in der Vergangenheit international für Kritik gesorgt, weil Südkorea und andere Länder in der Region sie für Tests von Langstreckenraketen gehalten haben.

Bislang haben rund 22500 Koreaner an kurzen Vereinigungen teilgenommen - 18800 davon persönlich, die restlichen per Video. Keiner bekam laut Angaben des südkoreanischen Roten Kreuzes seitdem eine zweite Möglichkeit, sich gegenseitig zu sehen. Während Südkorea gerne häufiger solche Zusammenkünfte abhalten will, wird davon ausgegangen, dass Nordkorea solche bewusst nur selten abhalten lässt, um den Einfluss auf die Nordkoreaner aus dem Ausland so gering wie möglich zu halten.

SDA/hae

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