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Noch eine Beförderung für Kim Jong-un

Der Sohn von Kim Jong-il erhält neben dem Generalsrang nun auch ein politisches Amt.

Der Führer und sein Nachfolger: Kim Jong-un (links) mit seinem Vater Kim Jong-il (rechts).
Der Führer und sein Nachfolger: Kim Jong-un (links) mit seinem Vater Kim Jong-il (rechts).
Keystone
Die Delegierten nehmen am ersten Parteitag seit 30 Jahren teil: Dieser fing am Montag an. Erwartet wird, dass der Staatschef Kim Jong-il seine Nachfolge regeln wird.
Die Delegierten nehmen am ersten Parteitag seit 30 Jahren teil: Dieser fing am Montag an. Erwartet wird, dass der Staatschef Kim Jong-il seine Nachfolge regeln wird.
Keystone
Ein nordkoreanischer Soldat am Grenzfluss Yalu am Montagmorgen.
Ein nordkoreanischer Soldat am Grenzfluss Yalu am Montagmorgen.
Reuters
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Der jüngste Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-il ist neben seiner Ernennung zum General auch in die Führungsriege der kommunistischen Arbeiterpartei aufgerückt. Auf dem Parteitag in Pyongyang wurde Kim Jong Un in das Zentralkomitee berufen.

Ausserdem sei der 27-Jährige zum stellvertretenden Vorsitzenden der Militärkommission ernannt worden, wie die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch meldete. Zuvor hatte Kim Jong-il seinen jüngsten Sohn am Dienstag zum General befördert, was Beobachtern zufolge der erste Schritt auf dem Weg an die Spitze von Staat und Partei darstellte.

«Stürmischer Applaus der Delegierten»

Dessen ungeachtet zeigte der als gesundheitlich angeschlagen geltende Staatschef Kim keine Bereitschaft zum Rückzug: Der 68- Jährige, der 2008 einen Schlaganfall erlitten haben soll, liess sich im Amt des Generalsekretärs der kommunistischen Partei der Arbeit bestätigten.

Seine Bestätigung als Generalsekretär sei «inmitten des stürmischen Applauses aller Delegierten» erfolgt, hiess es im nordkoreanischen Fernsehen. «Seine Wiederwahl ist ein Ausdruck der absoluten Unterstützung und Vertrauens aller Parteimitglieder, der Soldaten und Bevölkerung.» Kim Jong-il hat die Position seit 1997 inne. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit galt die Bestätigung als Formsache.

Erstmals offiziell vorgestellt

Der nordkoreanischen Bevölkerung wurde Kim Jong Un erstmals namentlich vorgestellt. In den Berichten der staatlichen Medien war jedoch kein Hinweis darauf enthalten, dass der vermutlich 26-Jährige der Sohn des Machthabers ist.

«Wie erwartet wurde die dynastische Nachfolgeregelung nun öffentlich gemacht», sagte Andrej Lonkow von der Kookmin-Universität in Seoul. Bisher laufe alles nach dem Muster der 1970er Jahre ab, als Kim Jong-il als Nachfolger seines Vaters und Staatsgründers Kim Il Sung aufgebaut wurde.

«Der Unterschied ist, dass sie es dieses Mal sehr eilig zu haben scheinen.» Die Parteikonferenz ist das erste grosse Treffen der nordkoreanischen Kommunisten seit 30 Jahren. Beim letzten Parteitag 1980 war Kim Jong-il als möglicher Nachfolger seines Vaters Kim Il Sung benannt worden.

Zu unerfahren

Experten zufolge ist Kim Jong Un zu jung und zu unerfahren, um sofort die Führung des verarmten und international isolierten Landes zu übernehmen. Aus diesem Grund wurden weitere Mitglieder der Familie Kim in den vergangenen Monaten in Schlüsselposition von Partei und Armee befördert.

Dazu gehört auch Kim Jong Ils Schwester Kyong Hui, die zum Auftakt der Parteikonferenz ebenfalls zur Generalin ernannt wurde. Ihr Mann Jang Song Thaek ist Mitglied der einflussreichen Verteidigungskommission und gilt als Nummer zwei in der Hierarchie. Tante und Onkel könnten die Rolle von Regenten spielen, falls Kim Jong-il unerwartet sterben sollte.

Japan beurteilte die Ernennung Kim Jong Uns zum General als deutliches Zeichen für einen bald anstehenden Machtwechsel. Dieser Schritt sei eine «klare Absichtserklärung», sagte Aussenminister Seiji Maehara. Japan werde mögliche Wechsel in der Machtstruktur Nordkoreas aufmerksam beobachten. Die Beziehungen zwischen der Regierung in Japan und der Führung in Nordkorea sind angespannt, vor allem wegen der nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramme.

dapd/jak

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