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Neue Hintergründe zu Anschlägen auf Sri Lanka bekannt

Die Selbstmordattentäter vom Ostersonntag waren wohlhabend und hatten im Ausland studiert. Dies teilte der Vize-Verteidigungsminister am Mittwoch mit.

Terroranschläge fordern über 300 Tote: Mehrere Explosionen in Hotels und christlichen Kirchen erschütterten Sri Lanka am Ostersonntag. Video: Reuters, AFP, Storyful

Sri Lankas Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene informierte am Mittwoch an einer Pressekonferenz. Einer der Attentäter habe vermutlich in Grossbritannien und Australien studiert und sei danach nach Sri Lanka zurückgekehrt.

Es seien insgesamt neun Selbstmordattentäter an den Anschlägen beteiligt gewesen, darunter eine Frau. Acht von ihnen seien bislang identifiziert worden, sagte Wijewardene. Sieben sri-lankische Attentäter hatten sich am Ostersonntag nahezu zeitgleich in drei Kirchen in mehreren Städten sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo in die Luft gesprengt. Ein weiteres Attentat auf ein Fünf-Sterne-Hotel scheiterte.

Einige Stunden später gab es zwei weitere Explosionen in einem kleinen Hotel und einem Wohnhaus in Vororten Colombos. Bei der achten Explosion kamen laut Polizei die Frau, zwei Kinder und ein weiterer Verwandter eines der Attentäter sowie drei Polizisten ums Leben.

Bilder: Anschläge in Sri Lanka

Über 300 Tote: Die Menschen in Sri Lanka gedenken der Anschlagsopfer.
Über 300 Tote: Die Menschen in Sri Lanka gedenken der Anschlagsopfer.
Shahzaib Akberg, Keystone
Vor der ältesten Kirche in Colombo reihen Helfer die Leichname der Getöteten auf – zwecks Identifikation durch Angehörige.
Vor der ältesten Kirche in Colombo reihen Helfer die Leichname der Getöteten auf – zwecks Identifikation durch Angehörige.
Nicky Woo (Picture Alliance, NurPhoto)
Zehn Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen  durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er berief sich dabei auf Informationen eines «ausländischen Geheimdiensts».
Zehn Tage zuvor hatte Sri Lankas Polizeichef Pujuth Jayasundara vor möglichen Selbstmordanschlägen auf Kirchen durch die radikalislamische Gruppe NTJ gewarnt. Er berief sich dabei auf Informationen eines «ausländischen Geheimdiensts».
AP
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Die Zahl der Toten lag nach Polizeiangaben vom Mittwoch bei 359 - darunter 34 Ausländer. Mehr als 400 Verletzte wurden noch in Spitälern behandelt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte die Anschläge am Dienstag für sich reklamiert. Zu möglichen IS-Verbindungen werde noch ermittelt, sagte Wijewardene. Die Regierung hatte eine wenig bekannte einheimische Islamistengruppe verantwortlich gemacht, mit ausländischer Hilfe die Anschläge verübt zu haben.

Als Motiv vermutete die Regierung Vergeltung für den Anschlag auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch im März. Es könnten noch Verdächtige auf freiem Fuss sein, erklärte Wijewardene. «Wir bitten die Leute, wachsam zu sein.»

SDA

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