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Mursi sorgt in Teheran für Eklat

Beim Gipfeltreffen der Blockfreien Staaten in Teheran hat der ägyptische Präsident Syrien und den Iran heftig kritisiert. Die Reaktion Syriens kam prompt.

Teilte heftig aus: Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi bespricht sich in Teheran mit dem früheren iranischen Aussenminister Ali Akbar Velayati.
Teilte heftig aus: Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi bespricht sich in Teheran mit dem früheren iranischen Aussenminister Ali Akbar Velayati.
Keystone

Nach scharfer Kritik des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi an der syrischen Führung hat die Delegation des Landes das Gipfeltreffen der blockfreien Staaten in Teheran verlassen. Mursi hatte die syrische Regierung heute beim Treffen in der iranischen Hauptstadt ein «Unterdrückerregime» genannt.

«Ägypten ist bereit, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten, um das Blutvergiessen zu beenden», sagte er zudem. Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete daraufhin: «Die syrische Delegation hat sich zu Beginn von Präsident Mursis Rede zurückgezogen.»

Es war der erste Besuch eines ägyptischen Präsidenten im Iran seit der islamischen Revolution von 1979. Teheran hatte im gleichen Jahr die diplomatischen Beziehungen zu Kairo wegen des ägyptischen Friedensvertrags mit Israel gekappt.

Khamenei bezeichnet Sicherheitsrat als Diktatur

Bei der Eröffnung sorgte auch das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, für einen weiteren Eklat. In Anwesenheit von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte Khamenei den UNO-Sicherheitsrat scharf. Dieser übe eine «offensichtliche Diktatur» aus, sagte Khamenei.

Das Gremium habe eine «irrationale, ungerechte und vollkommen antidemokratische Struktur». Zugleich versicherte Khamenei, der Iran werde «niemals nach einer Atomwaffe streben», was der Westen dem Land vorwirft.

Teheran übernimmt Vorsitz

Am zweitägigen Blockfreiengipfel in der iranischen Hauptstadt nehmen etwa 30 Staats- und Regierungschefs teil. Mit dem Gipfeltreffen übernimmt der Iran für drei Jahre den Vorsitz der im Jahr 1955 während des Kalten Kriegs gegründeten Blockfreiengruppe. Ihr gehören etwa 120 Staaten an - vorwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika.

Teheran erhofft sich vom Gipfel Unterstützung gegen die vom Westen verhängten Strafmassnahmen wegen seines Atomprogramms. Der Iran wird verdächtigt, heimlich an einer Atombombe zu bauen, was die Führung in Teheran zurückweist.

SDA/mrs/wid

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