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Mitgründer der Roten Khmer stirbt während Prozess

Der Aussenminister des kambodschanischen Terrorregimes ist mit 87 Jahren gestorben. Vor Gericht hätte er sich wegen der Gräueltaten der Roten Khmer verantworten sollen.

Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord angeklagt: Ieng Sary inspiziert 1977 eine Bahnstrecke.
Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord angeklagt: Ieng Sary inspiziert 1977 eine Bahnstrecke.
AFP

Der Rote-Khmer-Mitbegründer Ieng Sary ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Die Herrschaft der kommunistischen Guerillabewegung hatte in den 70er Jahren in Kambodscha mehr als eine Million Menschen das Leben gekostet. Ieng Sary musste sich deshalb seit 2011 vor Gericht verantworten. Das Gericht bestätigte nun seinen Tod durch Herzversagen.

Als Aussenminister war Ieng Sary vermutlich einer der international bekanntesten Vertreter der Roten Khmer. Sie wollten eine agrarkommunistische Gesellschaft errichten. Stadtbewohner wurden gezwungen, in Arbeitslagern auf dem Land zu arbeiten. Die radikale Politik der Roten Khmer führte dazu, dass schätzungsweise 1,7 Millionen Menschen durch Hunger, Krankheit und Überarbeitung starben. Viele wurden hingerichtet. In den 80er- und 90er-Jahren zogen sich die Roten Khmer dann in den Dschungel zurück. Ieng Sary setzte sich 1996 von ihnen ab.

Prozessbeginn 2011

Der Prozess gegen ihn und drei weitere Ex-Funktionäre der Roten Khmer begann 2011 vor einem kambodschanisch-internationalen Tribunal. Ieng Sary war unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Völkermord angeklagt. Er wies die Vorwürfe zurück.

«Wir sind enttäuscht, dass wir das Verfahren gegen Ieng Sary nicht abschliessen konnten», sagte der Sprecher des Gerichts, Lars Olsen. Der Prozess gegen die beiden verbliebenen Angeklagten werde aber weiter gehen. Ieng Sarys Frau, die frühere Sozialministerin Ieng Thirith, war ebenfalls angeklagt. Allerdings wurde vergangenes Jahr entschieden, dass sie sich aufgrund einer mutmasslichen Alzheimer-Erkrankung nicht vor Gericht verantworten muss.

Damit geht der Prozess gegen nur noch zwei Angeklagte weiter: Den früheren Staatschef Khieu Samphan und den damaligen Stellvertreter von Regimechef Pol Pot, Nuon Chea.

Das Regime der Roten Khmer, das einen utopischen Agrarstaat schaffen wollte, wurde von «Bruder Nummer Eins» Pol Pot angeführt, der 1998 starb.

AP/sda/wid/mw

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