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«Meerwasser strömt herein!»

Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat erstmals Berichte von Arbeitern über die ausweglosen Momente während des Erdbebens und Tsunamis im März veröffentlicht.

Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
Es geschah am helllichten Tage: Um 14.46 Uhr (Ortszeit) ereignet sich etwa 125 Kilometer vor der Nordostküste Japans in zehn Kilometer Tiefe ein Erdbeben. Seine Stärke wird zunächst mit 8,9 beziffert und später auf 9,0 korrigiert. Das gewaltige Beben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Flutwelle richten verheerende Schäden an und verwüsten ganze Landstriche.
Die Flutwelle erreicht die Küste Japans in Natori: Mehrere Hundert Tote werden gemeldet, doch ist abzusehen, dass die tatsächliche Zahl der Opfer weit höher liegt.
Die Flutwelle erreicht die Küste Japans in Natori: Mehrere Hundert Tote werden gemeldet, doch ist abzusehen, dass die tatsächliche Zahl der Opfer weit höher liegt.
Gewaltige Zerstörungskraft: Das Erdbeben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Tsunamiwelle richten verheerende Schäden an und lassen ganze Landstriche verwüstet zurück.
Gewaltige Zerstörungskraft: Das Erdbeben und die folgende, bis zu zehn Meter hohe Tsunamiwelle richten verheerende Schäden an und lassen ganze Landstriche verwüstet zurück.
Drohende Gefahr: Die Tsunamiwelle erreicht die Küste Japans, wo auch das AKW Fukushima I steht.
Drohende Gefahr: Die Tsunamiwelle erreicht die Küste Japans, wo auch das AKW Fukushima I steht.
Der atomare GAU rückt näher: Explosion im Atomkraftwerk Fukushima.
Der atomare GAU rückt näher: Explosion im Atomkraftwerk Fukushima.
Super-GAU: Satellitenaufnahmen zeigen das zerstörte und rauchende Kernkraftwerk.
Super-GAU: Satellitenaufnahmen zeigen das zerstörte und rauchende Kernkraftwerk.
Die Helden von Fukushima I: Feuerwehrmänner bereiten sich auf den riskanten Einsatz vor, wie sich später herausstellte, nicht immer ganz freiwillig.
Die Helden von Fukushima I: Feuerwehrmänner bereiten sich auf den riskanten Einsatz vor, wie sich später herausstellte, nicht immer ganz freiwillig.
Fortdauernde Rettungsarbeiten: Eine achtzigjährige Frau wird mit ihrem Enkel nach neun Tagen aus einem eingestürzten Haus geborgen.
Fortdauernde Rettungsarbeiten: Eine achtzigjährige Frau wird mit ihrem Enkel nach neun Tagen aus einem eingestürzten Haus geborgen.
Medienwirksamer Auftritt: Der Vizepräsident von Tepco (Mitte) entschuldigt sich offiziell in einer Notunterkunft in Kriyama. Die Aktion wird nicht nur positiv aufgenommen.
Medienwirksamer Auftritt: Der Vizepräsident von Tepco (Mitte) entschuldigt sich offiziell in einer Notunterkunft in Kriyama. Die Aktion wird nicht nur positiv aufgenommen.
Erste Bilder aus dem Innern von Fukushima: Experten im Kontrollraum des Reaktors 1.
Erste Bilder aus dem Innern von Fukushima: Experten im Kontrollraum des Reaktors 1.
Verseuchtes Leitungswasser: Tokio beginnt an Familien Mineralwasser zu verteilen, nachdem im Leitungswasser kritische Werte gemessen wurden. Die evakuierte Bevölkerung im näheren Umkreis des Kraftwerkes wird seit Tagen auf Strahlung überprüft.
Verseuchtes Leitungswasser: Tokio beginnt an Familien Mineralwasser zu verteilen, nachdem im Leitungswasser kritische Werte gemessen wurden. Die evakuierte Bevölkerung im näheren Umkreis des Kraftwerkes wird seit Tagen auf Strahlung überprüft.
Abschied nehmen: Erste Massenbegräbnisse der Opfer finden statt. Die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten dauern an.
Abschied nehmen: Erste Massenbegräbnisse der Opfer finden statt. Die Aufräumarbeiten in den betroffenen Gebieten dauern an.
Zu hoch: Greenpeace misst erhöhte Strahlungswerte in Iitate.
Zu hoch: Greenpeace misst erhöhte Strahlungswerte in Iitate.
Erschwerte Arbeiten im Kontrollraum: Der Reaktor ist endlich mit Strom versorgt, wegen Rauch müssen die Einsatzkräfte aber wieder abziehen.
Erschwerte Arbeiten im Kontrollraum: Der Reaktor ist endlich mit Strom versorgt, wegen Rauch müssen die Einsatzkräfte aber wieder abziehen.
Umdenken: In Tokio und Nagoya, Zentraljapan, finden sich je etwa 300 Menschen zusammen, um gegen Kernkraft zu demonstrieren.
Umdenken: In Tokio und Nagoya, Zentraljapan, finden sich je etwa 300 Menschen zusammen, um gegen Kernkraft zu demonstrieren.
Schutt und Asche: Eine Drohne liefert erstmals hochauflösende Luftaufnahmen des zerstörten Kernkraftwerkes.
Schutt und Asche: Eine Drohne liefert erstmals hochauflösende Luftaufnahmen des zerstörten Kernkraftwerkes.
Ein gefährlicher Riss wird entdeckt: Durch diesen Spalt fliesst offenbar das radioaktive Wasser ins Meer.
Ein gefährlicher Riss wird entdeckt: Durch diesen Spalt fliesst offenbar das radioaktive Wasser ins Meer.
Schon in Tschernobyl wurde ein ähnliches Verfahren angewendet: Arbeiter gehen mit Kunstharz gegen die Ausbreitung der Radioaktivität vor. Die Substanz soll die radioaktiven Partikel binden und am Boden halten.
Schon in Tschernobyl wurde ein ähnliches Verfahren angewendet: Arbeiter gehen mit Kunstharz gegen die Ausbreitung der Radioaktivität vor. Die Substanz soll die radioaktiven Partikel binden und am Boden halten.
Die Sperrzone um das zerstörte Kraftwerk wird von 20km auf 30km ausgeweitet: Bewohner des Städtchens Iitate hören sich am 13. April den Evakuierungsplan der Regierung an.
Die Sperrzone um das zerstörte Kraftwerk wird von 20km auf 30km ausgeweitet: Bewohner des Städtchens Iitate hören sich am 13. April den Evakuierungsplan der Regierung an.
Vergleichbar: Die Reaktorkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl sind gemäss einer internationalen Skala gleich schwerwiegend - in Fukushima gelang aber bislang weniger Radioaktivität in die Umgebung.
Vergleichbar: Die Reaktorkatastrophen von Fukushima und Tschernobyl sind gemäss einer internationalen Skala gleich schwerwiegend - in Fukushima gelang aber bislang weniger Radioaktivität in die Umgebung.
Schutzmassnahmen: Stahlwände vor dem AKW sollen den Pazifik vor Radioaktivität schützen.
Schutzmassnahmen: Stahlwände vor dem AKW sollen den Pazifik vor Radioaktivität schützen.
Viele Vermisste: Seit Anfang April suchen die Rettungkräfte auch in der Sperrzone nach Toten.
Viele Vermisste: Seit Anfang April suchen die Rettungkräfte auch in der Sperrzone nach Toten.
Roboter messen die Strahlung und liefern Fotos vom Reaktor 3: Mit den Aufnahmen der Roboter lassen sich Lecks besser erkennen.
Roboter messen die Strahlung und liefern Fotos vom Reaktor 3: Mit den Aufnahmen der Roboter lassen sich Lecks besser erkennen.
Erstmals seit der Explosion vor zwei Monaten betreten Arbeiter wieder das Reaktorgebäude: Das Kühlsystem im Reaktor 1 soll wieder installiert werden.
Erstmals seit der Explosion vor zwei Monaten betreten Arbeiter wieder das Reaktorgebäude: Das Kühlsystem im Reaktor 1 soll wieder installiert werden.
Nicht ohne Schutzanzug: Bewohner der Sperrzone werden nach und nach für kurze Besuche in ihre Häuser gelassen, um Habseligkeiten abzuholen.
Nicht ohne Schutzanzug: Bewohner der Sperrzone werden nach und nach für kurze Besuche in ihre Häuser gelassen, um Habseligkeiten abzuholen.
Nach einer Untersuchung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei Japan ungenügend für ein Tsunami-Unglück vorbereitet gewesen. Gleichzeitig lobt die IAEA aber für die Reaktion nach der Katastrophe. Im Bild: IAEA-Mitglieder in Fukushima.
Nach einer Untersuchung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sei Japan ungenügend für ein Tsunami-Unglück vorbereitet gewesen. Gleichzeitig lobt die IAEA aber für die Reaktion nach der Katastrophe. Im Bild: IAEA-Mitglieder in Fukushima.
Dampf steigt aus dem Reaktor auf: In Fukushima wurden am 3. Juni die bisher höchsten Strahlenwerte gemessen.
Dampf steigt aus dem Reaktor auf: In Fukushima wurden am 3. Juni die bisher höchsten Strahlenwerte gemessen.
Rettungspakete: Das japanische Parlament bewilligt weitere Mittel in Höhe von fast zwei Billionen Yen (knapp 18 Milliarden Euro) zum Wiederaufbau der durch Tsunami und Erdbeben zerstörten Region.
Rettungspakete: Das japanische Parlament bewilligt weitere Mittel in Höhe von fast zwei Billionen Yen (knapp 18 Milliarden Euro) zum Wiederaufbau der durch Tsunami und Erdbeben zerstörten Region.
Regierungswechsel: Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Naoto Kan wird Yoshihiko Noda (im Bild) zu seinem Nachfolger gewählt.
Regierungswechsel: Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Naoto Kan wird Yoshihiko Noda (im Bild) zu seinem Nachfolger gewählt.
Staatliche Unterstützung: Die japanische Regierung kündigt eine Finanzhilfe von 900 Milliarden Yen (8,4 Milliarden Euro) für den angeschlagenen Kraftwerksbetreiber Tepco an.
Staatliche Unterstützung: Die japanische Regierung kündigt eine Finanzhilfe von 900 Milliarden Yen (8,4 Milliarden Euro) für den angeschlagenen Kraftwerksbetreiber Tepco an.
Ernteeinbussen: Japan stoppt erstmals eine Lieferung von Reis aus der Umgebung von Fukushima wegen zu hoher Strahlenwerte.
Ernteeinbussen: Japan stoppt erstmals eine Lieferung von Reis aus der Umgebung von Fukushima wegen zu hoher Strahlenwerte.
Optimistisch: Die japanische Regierung erklärt das Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi für stabil.
Optimistisch: Die japanische Regierung erklärt das Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi für stabil.
Konsequenzen der Katastrophe: Die japanische Regierung beschliesst eine Begrenzung der Laufzeit seiner Atomkraftwerke auf 40 Jahre an.
Konsequenzen der Katastrophe: Die japanische Regierung beschliesst eine Begrenzung der Laufzeit seiner Atomkraftwerke auf 40 Jahre an.
Noch nicht stabil: Am Atomkraftwerk Fukushima tritt durch ein Leck an der Wasseraufbereitungsanlage erneut Radioaktivität aus.
Noch nicht stabil: Am Atomkraftwerk Fukushima tritt durch ein Leck an der Wasseraufbereitungsanlage erneut Radioaktivität aus.
Alles andere als unter Kontrolle: Über ein Jahr nach dem Unglück beträgt der Kühlwasserstand in Reaktor 2 laut Tepco noch 60 Zentimeter: Tepco-Bild aus dem Sicherheitsbehälter.
Alles andere als unter Kontrolle: Über ein Jahr nach dem Unglück beträgt der Kühlwasserstand in Reaktor 2 laut Tepco noch 60 Zentimeter: Tepco-Bild aus dem Sicherheitsbehälter.
Die Sperrzonen-Regelung wird gelockert: Bewohner der Ortschaft Kawauchi am Rand der 20-Kilometer-Zone dürfen zumindest zeitweise in ihre Häuser zurückkehren. Übernachten können sie dort jedoch nicht, dafür werden noch immer zu hohe Strahlungswerte gemessen. Polizisten entfernen in Kawauchi am Rand der Sperrzone Schilder, auf denen «Kein Durchgang» steht.
Die Sperrzonen-Regelung wird gelockert: Bewohner der Ortschaft Kawauchi am Rand der 20-Kilometer-Zone dürfen zumindest zeitweise in ihre Häuser zurückkehren. Übernachten können sie dort jedoch nicht, dafür werden noch immer zu hohe Strahlungswerte gemessen. Polizisten entfernen in Kawauchi am Rand der Sperrzone Schilder, auf denen «Kein Durchgang» steht.
Gen-Mutationen: Das Atomunglück von Fukushima hat zu Missbildungen bei den Flügeln von Schmetterlingen in der Umgebung des japanischen Atomkraftwerks geführt. Die Radioaktivität in der Nähe des AKW führte noch bei den Nachkommen von Schmetterlingen in dritter Generation zu Gen-Mutationen, wie Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa herausfanden.
Gen-Mutationen: Das Atomunglück von Fukushima hat zu Missbildungen bei den Flügeln von Schmetterlingen in der Umgebung des japanischen Atomkraftwerks geführt. Die Radioaktivität in der Nähe des AKW führte noch bei den Nachkommen von Schmetterlingen in dritter Generation zu Gen-Mutationen, wie Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa herausfanden.
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In den Berichten werden unter anderem die Versuche beschrieben, um eine Kernschmelze zu verhindern. «Als einer der Arbeiter in den Raum rannte und rief 'Meerwasser strömt herein', begriff ich, dass ein Tsunami die Anlage getroffen hatte», wird ein Vorgesetzter in einem Kontrollraum in dem vom Atomkraftwerkbetreiber Tepco veröffentlichten Zwischenbericht zitiert.

Die Lichter seien ausgegangen, und er habe sich völlig hilflos gefühlt. Andere Arbeiter hätten sich ängstlich gezeigt und die Anlage angesichts der hoffnungslosen Situation verlassen wollen. Ein Arbeiter berichtet, wie er mit Kollegen in Schutzmontur in einen stark verstrahlten Bereich gegangen sei, junge Kollegen aber aufgrund der hohen Strahlung daran gehindert worden seien.

Stiefel schmolzen

Die Hitze sei so gross gewesen, dass seine Stiefel geschmolzen seien. Ein weiterer berichtet davon, dass die Belegschaft wegen der vielen Nachbeben immer wieder aus Angst vor einem weiteren Tsunami einen Hügel hochgerannt sei.

Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschliessende Tsunami vom 11. März legten die Elektrizitäts- und Kühlsysteme des Atomkraftwerks im Nordosten Japans lahm und hatten die schwerste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren zur Folge.

Rund 20'000 Menschen kamen durch das Erdbeben und den Tsunami ums Leben. Durch den Atomunfall wurde zwar niemand direkt getötet, zehntausende Menschen wurden jedoch obdachlos, da ganze Städte wegen der radioaktiven Strahlung unbewohnbar wurden.

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