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Malaysia schickt Flüchtlinge zurück aufs Meer

Rund 8000 Flüchtlinge treiben derzeit in Booten im Golf von Bengalen. Malaysia folgt nun dem Beispiel Indonesiens und schickt die Flüchtlinge zurück. Nur Menschen auf sinkenden Booten sollen gerettet werden.

Zurückgewiesen: Flüchtlinge aus Bangladesch und Myanmar werden auf dem Rückweg von Malaysia von der Marine Bangladeschs geborgen. Bild: Twitter / Eric
Zurückgewiesen: Flüchtlinge aus Bangladesch und Myanmar werden auf dem Rückweg von Malaysia von der Marine Bangladeschs geborgen. Bild: Twitter / Eric

Nach Indonesien will auch Malaysia Flüchtlinge in ihren Booten zurück aufs offene Meer schicken. Malaysia werde daran festhalten, die Flüchtlinge mit Treibstoff, Wasser und Lebensmitteln zu versorgen und sie dann «aus malaysischen Gewässern zu eskortieren», sagte Admiral Tan Kok Kwee von der malaysischen Schifffahrtsbehörde.

An Land gebracht werden sollen demnach nur Menschen, deren Boote zu sinken drohen. Jährlich versuchen tausende Menschen aus Bangladesh und Flüchtlinge der Minderheit der Rohingya aus Burma über das Meer Malaysia und Indonesien zu erreichen, viele von ihnen ertrinken dabei. Derzeit treiben nach Angaben von Flüchtlingsorganisationen etwa 8000 Flüchtlinge in Booten im Golf von Bengalen.

Seitdem die thailändischen Sicherheitskräfte in einem Grosseinsatz gegen Menschenschmuggler vorgehen, haben die Schlepper tausende Flüchtlinge in Booten ihrem Schicksal überlassen. In den vergangenen Tagen wurden fast 2000 Flüchtlinge gerettet oder sie schwammen selbst bis an die Küsten von Indonesien und Malaysia. Die indonesische Marine hat aber schon mindestens ein Flüchtlingsboot zurück aufs offene Meer geschickt.

Zwei Monate auf einem überfüllten Boot

Der 14-jährige Mizanur Rahman aus Bangladesh, der in der indonesischen Provinz Aceh an Land kam, berichtet, er habe zusammen mit einem Freund zwei Monate auf einem völlig überfüllten Boot mit schätzungsweise 600 Passagieren verbracht.

Sie hätten jeden Tag nur einen Teller Reis zu essen bekommen – und in den letzten zwei Wochen gar nichts mehr. Am Ende hätten ihnen die Schlepper dann gesagt, sie sollten «zur Küste schwimmen», wenn sie am Leben bleiben wollten.

Thailand hat für Ende Mai ein Gipfeltreffen südostasiatischer Staaten zur der Flüchtlingskrise vorgeschlagen. Auch die US-Botschaft in Thailand forderte die Staaten der Region zu einer verstärkten Zusammenarbeit auf. Es handle sich um eine «regionale Herausforderung», die nur durch «koordiniertes internationales» Handeln bewältigt werden könne. Die betroffenen Staaten müssten sich dabei an internationale Vereinbarungen und das Seerecht halten.

Appelle von UNO und IOM

Das UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) forderten die Staaten der Region erneut auf, den Bootsflüchtlingen zu helfen. Die UNHCR-Sprecherin in Bangkok, Vivian Tan, appellierte an die gemeinsame Verantwortung der südostasiatischen Länder, «um eine humanitäre Krise zu verhindern».

IOM-Sprecher Joe Lowry warf den betroffenen Ländern vor, mit den Flüchtlingen auf See «Pingpong» zu spielen. Sie müssten die Flüchtlinge an Land lassen und versorgen. Über das weitere Vorgehen könne später beraten werden.

SDA/pst

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