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Kugelsichere Westen schützen die Verdächtigen

Nach dem Giftanschlag auf Kim jong-nam mussten die zwei angeklagten Frauen jetzt vor einem malaysischen Gericht erscheinen. Ihnen droht die Todesstrafe.

Weisen eine Tötungsabsicht zurück: Die tatverdächtigen Frauen auf dem Weg zum Gerichtssaal in Sepang, Malaysia (1. März 2017).
Weisen eine Tötungsabsicht zurück: Die tatverdächtigen Frauen auf dem Weg zum Gerichtssaal in Sepang, Malaysia (1. März 2017).
Mohd Rasfan, AFP
Im Falle eines Schuldspruchs droht die Todesstrafe: Schwer bewaffnete Polizeieinheiten eskortieren die Verdächtigen auf ihrem Weg ins Gericht. (1. März 2017)
Im Falle eines Schuldspruchs droht die Todesstrafe: Schwer bewaffnete Polizeieinheiten eskortieren die Verdächtigen auf ihrem Weg ins Gericht. (1. März 2017)
EPA/Fazry Ismail
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört zum öffentlichen Leben in Nordkorea. Der Platz mit den riesigen Statuen von Kim Il-sung und Kim Jong-il in Pyongyang ist ein Pilgerort für Menschen aus dem ganzen Land. (16. April 2012)
Keystone
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Im Falle des mutmasslichen Mordes am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers sind in Malaysia zwei verdächtige Frauen wegen Mordes angeklagt worden. Sie wurden am Mittwoch einem Gericht vorgeführt.

«Ich verstehe, aber ich bin nicht schuldig», sagte die Vietnamesin auf Englisch, nachdem das Gericht ihr die Anklage verlesen hatte. Die andere Verdächtige reagierte mit kurzem Kopfnicken.

Spezialeinheiten mit Maschinengewehren

Der Gerichtstermin fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Verdächtigen wurden von Spezialeinheiten mit Maschinengewehren geschützt, die beiden Frauen trugen schusssichere Westen.

Auf den unscharfen Bildern der Überwachungskamera war eine der beiden Verdächtigen am Tatort in einem T-Shirt mit der Aufschrift «LOL» (für «laughing out loud», laut lachend) zu sehen. Als die Vietnamesin nach Verlesung der Mordanklage das Gericht in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur verliess, sah sie anders aus: Sie trug eine kugelsichere Weste über einem gelben Hemd und hatte gerötete Augen.

Sie wurde von einer Polizistin abgeführt, an die sie mit Handschellen gefesselt war. Vor Gericht wirkte die 28-Jährige ruhig. Doch als sie abgeführt wurde und in Richtung Fotografen und Journalisten blickte, war ihr Gesicht aufgequollen, ihre Augen waren verweint.

Todesstrafe droht

Ihre indonesische Mitangeklagte trug ein rotes T-Shirt unter der schusssicheren Weste und ebenfalls Jeans. Ausserhalb des Gerichtsgebäudes wirkte die 25-Jährige ernst und müde. Nach Angaben ihres Anwalts war auch sie den Tränen nahe.

Ermittlungen der Polizei zufolge rieben die beiden Verdächtigen vor zwei Wochen auf dem Flughafen von Kuala Lumpur das Nervengas VX auf das Gesicht des Halbbruders des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong-un, möglicherweise im Auftrag Pyongyangs. Innerhalb von 20 Minuten war Kim Jong-nam tot.

Die beiden Frauen weisen eine Tötungsabsicht zurück. Nach eigener Aussage glaubten sie, an einem harmlosen Scherz für eine Fernsehshow teilzunehmen. Sollten sie schuldig gesprochen werden, droht ihnen die Todesstrafe.

(SDA)

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