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Australiens Konservative zittern sich zum Sieg

Massive Stimmenverluste und ein extrem knapper Ausgang: Oppositionschef Bill Shorten hat seine Niederlage bei der Parlamentswahl in Australien eingestanden.

Bleibt an der Macht: Die Konservativen um Premierminister Malcolm Turnball stellen weiterhin die Regierung von Australien.
Bleibt an der Macht: Die Konservativen um Premierminister Malcolm Turnball stellen weiterhin die Regierung von Australien.
Rick Rycroft, Keystone

Die konservative Regierungskoalition in Australien kann das Land trotz massiver Stimmenverluste weiter führen. Acht Tage nach der Parlamentswahl räumte der Oppositionsführer der linken Labor-Partei, Bill Shorten, seine Niederlage ein.

Er habe Regierungschef Malcolm Turnbull angerufen und ihm gratuliert, sagte Shorten in Melbourne vor Parteianhängern. «Es ist jetzt klar, dass Herr Turnbull die Regierung stellen wird», sagte er. «Für das Wohl unserer Nation hoffe ich, dass die Koalition ihre Sache gut macht.»

«Wir haben die Wahl gewonnen», sagte Turnbull am Sonntag als Reaktion auf das Eingeständnis der oppositonellen Labor-Partei.

Knapper Ausgang

Das Endergebnis stand am Sonntag allerdings immer noch nicht fest. Nach den Prognosen der Wahlkommission konnte die Koalition mit 76 oder 77 Sitzen rechnen. 76 Mandate reichen für die Mehrheit im 150-Sitze-Parlament. Labor kommt wahrscheinlich auf 69 Sitze, der Rest geht an kleinere Parteien. Die Konservativen hatten im alten Parlament 90 Sitze, Labor 55.

Die Gewinner in den Wahlkreisen werden erst endgültig ausgerufen, wenn alle bereits vor dem Wahltag abgegebenen Stimmen gezählt sind. Das geht in Australien per Briefwahl oder in Wahllokalen, die für jene Wähler vorzeitig geöffnet sind, die am Abstimmungstag verhindert sind.

Minimale Mehrheit der Konservativen

Gewählt hatte Australien am Samstag vor einer Woche. Das Rennen zwischen Turnbulls konservativer Regierungskoalition und Shortens sozialdemokratischer Labor-Partei war äusserst eng gewesen, weshalb die Auszählung immer noch nicht endgültig beendet worden ist.

Shortens Eingeständnis bedeutet, dass die Konservativen entweder mit einer minimalen Mehrheit regieren werden oder es keine absolute Mehrheit im Parlament in der australischen Hauptstadt Canberra geben wird. Letzteres würde die Koalition dazu zwingen, eine Minderheitsregierung mit der Unterstützung von Unabhängigen und Abgeordneten von kleineren Parteien zu bilden. Für eine Mehrheit sind mindestens 76 der 150 Repräsentantenhaussitze notwendig.

Die vergangenen Jahre in der australischen Politik waren turbulent: Seit 2013 gab es vier verschiedene Regierungschefs, da die Parteien wiederholt ihre Anführer stürzten. Turnbull war selbst im September an die Macht gelangt, indem er in der Liberalen Partei seinen Vorgänger Tony Abbott absetzte. Die Popularität des früheren Bankers und Millionärs ist seitdem aber angesichts von Kontroversen um Reformen und Streit in seiner Partei gesunken.

sda/afp/ij

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