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«Ich bin auch Thailänderin»

Die thailändische Regierungschefin Yingluck Shinawatra will vor den Neuwahlen im Februar nicht zurücktreten. Vor Journalisten sagte sie mit zitternder Stimme: «Ich habe auch Gefühle.»

chk
Immer wieder detonieren Sprengsätze: Demonstranten brechen nach einer Explosion die Tür eines beschädigten Gebäudes auf. (17. Januar 2014)
Immer wieder detonieren Sprengsätze: Demonstranten brechen nach einer Explosion die Tür eines beschädigten Gebäudes auf. (17. Januar 2014)
Keystone
Gibt dem Druck der Strasse nach: Die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra löste das Parlament auf, tritt selbst aber zur Wiederwahl an. (9. Dezember 2013)
Gibt dem Druck der Strasse nach: Die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra löste das Parlament auf, tritt selbst aber zur Wiederwahl an. (9. Dezember 2013)
AFP
Der Anführer der Proteste, Suthep Thaugsuban, will trotz der Neuwahlen weiter demonstrieren. (9. Dezember 2013)
Der Anführer der Proteste, Suthep Thaugsuban, will trotz der Neuwahlen weiter demonstrieren. (9. Dezember 2013)
AFP
Oppositionsführer und früherer Premierminister Abhisit Vejjajiva tritt aus dem Parlament zurück. (8. Dezember 2013)
Oppositionsführer und früherer Premierminister Abhisit Vejjajiva tritt aus dem Parlament zurück. (8. Dezember 2013)
AFP
Sind sich nicht nur feindlich gesinnt: Regierungsgegner und Polizist umarmen sich freundschaftlich. (3. Dezember 2013)
Sind sich nicht nur feindlich gesinnt: Regierungsgegner und Polizist umarmen sich freundschaftlich. (3. Dezember 2013)
Keystone
Gelangen ungehindert auf das Gelände des Amtssitzes: Regierungskritische Demonstranten in Bangkok. (3. Dezember 2013)
Gelangen ungehindert auf das Gelände des Amtssitzes: Regierungskritische Demonstranten in Bangkok. (3. Dezember 2013)
Keystone
Zogen zuvor freiwillig vom Gelände des Regierungssitzes ab: Polizisten in Bangkok.
Zogen zuvor freiwillig vom Gelände des Regierungssitzes ab: Polizisten in Bangkok.
Keystone
Öffnet den Protestierenden die Tore: Polizei von Bangkok. (3. Dezember 2013)
Öffnet den Protestierenden die Tore: Polizei von Bangkok. (3. Dezember 2013)
Keystone
Wollen die thailändische Regierung stürzen: Ein Mönch unter Demonstranten in Bangkoks Strassen. (2. Dezember 2013)
Wollen die thailändische Regierung stürzen: Ein Mönch unter Demonstranten in Bangkoks Strassen. (2. Dezember 2013)
AFP
Tränengas: Einem Demonstranten werden die Augen mit einer Salzlösung gereinigt. (1. Dezember 2013)
Tränengas: Einem Demonstranten werden die Augen mit einer Salzlösung gereinigt. (1. Dezember 2013)
Keystone
Demonstrant steht vor Polizisten: Regierungssitz in Bangkok. (29. November 2013)
Demonstrant steht vor Polizisten: Regierungssitz in Bangkok. (29. November 2013)
Keystone
Wurde im Jahr 2006 vom Militär gestürzt: Der frühere Regierungschef Thaksin Shinawatra.
Wurde im Jahr 2006 vom Militär gestürzt: Der frühere Regierungschef Thaksin Shinawatra.
Keystone
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Thailands Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra hat einen Rücktritt vor den für den 2. Februar geplanten Neuwahlen abgelehnt. Sie müsse ihre Pflicht als Interimsregierungschefin gemäss der Verfassung erfüllen, sagte sie vor Journalisten.

Tags zuvor hatte sie nach wochenlangen Massenprotesten die Auflösung des Parlaments angekündigt und Neuwahlen ansetzten lassen. Die Opposition forderte dennoch, dass Yingluck als Chefin der Übergangsregierung zurücktrete.

Seit Wochen gibt es Proteste gegen die Führung in Bangkok. Am Montag marschierten mehr als 150'000 Regierungsgegner durch die Strassen der Hauptstadt. Sie forderten die Einsetzung eines «Volksrats», der die Regierungsgeschäfte übernehmen und einen neuen Ministerpräsidenten bestimmen soll. Protestführer Suthep Thaugsuban beendete die Demonstration dann mit dem Hinweis, dass seine Bewegung nun breite politische Macht geniesse. Ihm droht allerdings die Festnahme wegen Vorwürfen umstürzlerischen Verhaltens.

«Ich bin auch Thailänderin»

Einige Demonstranten wollen sich trotz der jüngsten Zugeständnissen Yinglucks nicht zufriedengeben und erklärten, sie könnten die Wahlen wegen der grassierenden Korruption nicht gewinnen.

Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen Yinglucks Bruder Thaksin, dem ehemaligen Regierungschef Thailands. Er wurde 2006 vom Militär gestürzt und lebt seitdem im Exil, soll jedoch aus dem Hintergrund weiter die Strippen ziehen. Im Kern stehen sich in dem Konflikt die Elite sowie die urbane Mittelschicht und Thaksins Machtbasis in den ländlichen Regionen unversöhnlich gegenüber. Letztere profitiert vor allem von der populistischen Politik des früheren Telekommunikationsmagnaten, die auf die Armen abzielt. Seiner Schwester Yingluck werfen seine Gegner vor, lediglich seine Marionette zu sein.

Auf die Frage nach der Rolle ihrer Familie in der thailändischen Politik schien Yingluck die Fassung zu verlieren. «Ich habe auch Gefühle», sagte sie mit zitternder Stimme. «Ich bin auch Thailänderin. Wollen Sie, dass ich nie wieder einen Fuss auf thailändischen Boden setze?», fragte sie. «Ich habe mich so weit wie ich kann zurückgezogen. Daher bitte ich um eine faire Behandlung».

(sda/AP)

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