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Friedensnobelpreisträgerin kandidiert in Burma

Eineinhalb Jahre nach dem Verbot ihrer Partei will Aung San Suu Kyi in die Politik zurückkehren. Seit dem Ende ihres Hausarrests darf sie sich wieder frei bewegen – doch das allein genügt ihr nicht.

Will ein politisches Comeback geben: Aung San Suu Kyi winkt ihren Anhängern zu. (18. November 2011)
Will ein politisches Comeback geben: Aung San Suu Kyi winkt ihren Anhängern zu. (18. November 2011)
Keystone

Die Kandidatur gab ein Sprecher von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) bekannt. Erst am Freitag hatte die NLD angekündigt, sich nach dem Parteiverbot wieder registrieren lassen zu wollen, um an den Nachwahlen teilzunehmen. Die 66-jährige Suu Kyi hatte dabei eine eigene Kandidatur offengelassen. Ein Termin für den Urnengang steht noch nicht fest. Dabei sind 48 Parlamentssitze zu vergeben.

Die NLD war 1990 als Siegerin aus der Parlamentswahl hervorgegangen, doch hinderte das Militär sie an der Übernahme der Regierung. Seitdem stand Suu Kyi die meiste Zeit unter Hausarrest.

Verbot wegen Boykottaufruf

Als das Regime vergangenes Jahr Parlamentswahlen ankündigte, rief die NLD zum Boykott auf. Neben Sorgen um den Verlauf der Wahl war der Hauptgrund eine Bestimmung, die teilnehmende Parteien zum Ausschluss inhaftierter Mitglieder zwang. Die NDL hätte daher auch Suu Kyi ausschliessen müssen. Infolge des Boykottaufrufs wurde die NDL verboten.

Die Wahl wurde weithin als unfrei kritisiert, doch leitete das Militärregime seither eine vorsichtige Öffnung des politischen Systems ein. Nicht nur liess sie direkt nach der Wahl Suu Kyi frei, sondern im März gab das Regime offiziell die Macht an eine zivile Regierung unter Präsident Thein Sein ab.

Suu Kyi darf sich inzwischen wieder frei bewegen und im Sommer signalisierte Thein Sein bei einem Treffen am Regierungssitz Naypyidaw seine Bereitschaft zur Kooperation.

SDA/miw

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