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«Die Taliban fürchten sich vor einem jungen Mädchen»

In Pakistan demonstrierten die Menschen gegen den Angriff der Taliban auf die 14-jährige Malala Yousufzai. Am selben Tag kamen bei einem Bombenanschlag 17 Menschen ums Leben.

«Symbol für Frieden»: Ein Junge hält ein Bild von Malala Yousufzai hoch. (13. Oktober 2012)
«Symbol für Frieden»: Ein Junge hält ein Bild von Malala Yousufzai hoch. (13. Oktober 2012)
Keystone

Gemäss tagesschau.de und weiteren Medien demonstrierten in Karachi und anderen Teilen Pakistans die Menschen für die 14-jährige Malala Yousufzai. Mädchen und Jungen, die ungefähr so alt sind wie Malala selbst, seien demonstrierend durch die Strassen marschiert. Andernorts werden Kerzen entzündet.

«Für uns ist Malala ein Symbol, ein Symbol für Frieden, Bildung und Fortschritt, deshalb beten wir für dieses Symbol», erklärte ein Mann aus Peshawar gegenüber der «Tagesschau». «Die Taliban fürchten sich sogar vor einem jungen Mädchen», riefen Demonstranten höhnisch.

Zustand von Malala stabil

Die 14-jährige Malala Yousufzai war am Dienstag auf dem Nachhauseweg in der Stadt Mingora im Swat-Tal niedergeschossen und schwer verletzt worden. Die islamistischen Taliban bekannten sich zu der Bluttat.

Die 14-Jährige war durch ihr Engagement für die Rechte von Mädchen und ihre öffentliche Kritik an Gewalttaten der Taliban bekannt geworden. Im vergangenen Jahr wurde sie für den Internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert. Das Mädchen erlitt bei dem Angriff vom Dienstag einen Kopf- und einen Nackenschuss. Ihr Zustand ist nach Angaben der Streitkräfte inzwischen stabil.

17 Tote bei Bombenanschlag

Am selben Tag hat ein Bombenanschlag auf einem gut besuchten Markt im Nordwesten von Pakistan mindestens 17 Menschen das Leben gekostet. Der Informationsminister der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, Iftikhar Hussain, verurteilte den Anschlag und forderte die Regierung zu einem entschiedenen Vorgehen gegen Terroristen auf. Er machte die pakistanischen Taliban für den Anschlag verantwortlich und erinnerte nochmals an den Mordanschlag auf Malala.

Mindestens 40 Menschen wurden bei dem Angriff verletzt, wie die Behörden erklärten. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser nach Peshawar gebracht, einige befanden sich den Angaben zufolge in einem kritischen Zustand. Die Autobombe explodierte in der Ortschaft Darra Adam Khel vor einem Büro von regierungstreuen Stammesältesten.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Die pakistanischen Taliban hatten in der Vergangenheit jedoch mehrfach Stammesälteste mit ähnlichen Aktionen für ihre Unterstützung der Regierung bestraft. Darra Adam Khel ist ein Umschlagplatz für Waffen. Örtliche Hersteller bieten dort auf einem Markt ihre selbst gebauten Gewehre und Pistolen an.

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