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Der Poet, der 17 Stunden am Tag Handys baute

Poesie aus dem Bauch der Gesellschaft: Der Wanderarbeiter Guo Jinniu hat Handys gebaut. Dann fing er an zu schreiben und gewann einen der Hauptpreise bei Chinas aufregendstem Poesiewettbewerb.

Sprechverbot, Zwölfstundenschichten, auf die Toilette nur mit Erlaubnis: Arbeiterinnen beim Elektronikhersteller Foxconn in Shenzhen.
Sprechverbot, Zwölfstundenschichten, auf die Toilette nur mit Erlaubnis: Arbeiterinnen beim Elektronikhersteller Foxconn in Shenzhen.
Ym Yik, Keystone

Vor einem halben Jahrhundert wurde er geboren: Guo Jinniu, der Kurzgeschorene. In Huanggang, einem Flecken am Langen Fluss. Wasserbüffel, Schweine, Weizen, Reis. Die Eltern nennen ihn Jinniu, Goldener Ochse. Stur, ja, zäh, ja. Fürs Feld geboren, nein. Der Weizen verdorrt, der Reis verschimmelt unter seinen Händen, Bruder und Schwester lachen und seufzen. Die Eltern sind froh, als er sich auf den Weg macht. In den Süden, wo man die Hoffnung mit der Seeluft einatmet und das Geld von der Strasse klaubt. Die Heimat ist etwas, das man flieht, ein Meer der Bitternis seit Tausenden von Jahren. Der Strom der Wandernden trägt ihn nach Shenzhen. Eine Stadt geschaffen aus dem Nichts. Ein neuer Ozean, neue Bitternis. Fabriken gross wie Städte schlucken die staunenden Ochsen aus dem Hinterland.

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