Zum Hauptinhalt springen

Der IS testete tödliches Gift an Menschen

Die Terrormiliz wollte mit grausamen Experimenten an Gefangenen offenbar Chemikalien für Anschläge in Europa testen.

Hinterlassenschaften der Schreckensherrschaft: Irakische Militärführer nehmen ein in Mosul entdecktes Waffenarsenal des IS in Augenschein. (21. Mai 2017)
Hinterlassenschaften der Schreckensherrschaft: Irakische Militärführer nehmen ein in Mosul entdecktes Waffenarsenal des IS in Augenschein. (21. Mai 2017)
Ahmad Al-Rubaye, AFP

Als sie in den befreiten Teilen Mosuls Spuren der IS-Herrschaft sicherten, machten irakische Soldaten eine schreckliche Entdeckung. In der Universität der Stadt stiessen sie auf Akten, die Gift-Experimente an Gefangenen dokumentieren. Die Menschenversuche fanden unter ärztlicher Aufsicht statt – überlebt haben die Opfer die Torturen nicht.

Offenbar wollte die Terrororganisation mit den Tests Möglichkeiten für Chemikalien-Anschläge in Europa ausloten. Britische und amerikanische Experten, so berichtet die britische Zeitung «The Times», hätten die Echtheit der gefundenen Papiere bestätigt.

Vergiftungstod nach Stunden oder Tagen

Bei den Experimenten sollen Gefangenen zwei verschiedene Chemikalien verabreicht worden sein: Thallium(I)-sulfat kam bis in die 1970er-Jahre als Rattengift zum Einsatz, eine weitere, auf Nikotin beruhende giftige Substanz, wurde aus Zigaretten gewonnen. Die menschlichen Versuchsobjekte seien einen qualvollen Tod gestorben, teils nach wenigen Stunden, teils nach Tage andauerndem Leiden.

In der «Sunday Times» vergleicht der britische Chemiewaffenexperte Hamish de Bretton-Gordon die Tests mit den Menschenversuchen der NS-Diktatur: «Das ist eine Horror-Erinnerung an die Nazis, die Nervengase an lebenden Menschen testeten.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch