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Chinas Erfolg mit nachgebauten Waffen

Chinas Rüstungsindustrie boomt: Sie ist neuerdings der fünftgrösste Waffenexporteur weltweit. Den Erfolg habe Peking nicht nur der eigenen Kreativität zu verdanken, sagen Experten.

Ende 2012 getestet: Chinas neuer Kampfjet J-31 (im Bild an einer Ausstellung in Zhuhai im November 2012) soll aussehen wie eine Kopie...
Ende 2012 getestet: Chinas neuer Kampfjet J-31 (im Bild an einer Ausstellung in Zhuhai im November 2012) soll aussehen wie eine Kopie...
Reuters
...des F-22-Jets der amerikanischen Luftwaffe. (August 2010)
...des F-22-Jets der amerikanischen Luftwaffe. (August 2010)
Reuters
...wurde nach dem Vorbild des Eurocopter-Modells AS 365 Dauphin konstruiert.
...wurde nach dem Vorbild des Eurocopter-Modells AS 365 Dauphin konstruiert.
Wikimedia Commons/Rama
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Um satte 162 Prozent konnte China den Export von Rüstungsgütern zwischen 2003 und 2007 sowie zwischen 2008 und 2012 steigern (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete). Dies zeigt eine heute veröffentlichte Statistik des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri. Damit wird China (5 Prozent) neu zum fünftgrössten Waffenexporteur der Welt, hinter den USA (30 Prozent), Russland (26 Prozent), Deutschland (7 Prozent) und Frankreich (6 Prozent).

Grösster Abnehmer von China ist laut dem Bericht Pakistan. Von 2008 bis 2012 wurden mehr als die Hälfte der chinesischen Waffenexporte ins westliche Nachbarland geliefert. Der Grund: Pakistan führt die bereits seit Jahrzehnten andauernde Aufrüstung gegen Erzfeind Indien weiter. Die Regierung in Islamabad habe sich aus China zuletzt 77 Kampfjets vom Typ JF-17, drei F-22P-Fregatten und 285 MBT-2000-Panzer liefern lassen, berichtet das deutsche Nachrichtenportal «Die Zeit».

Verdächtige Ähnlichkeiten

Es falle auf, dass die chinesischen Verkaufsschlager verdächtig in westlichen Ländern hergestellten Waffensystemen ähnelten, schreibt «Die Zeit» weiter. So habe China auf der Rüstungsmesse International Defence Exhibition & Conference (Idex) in Abu Dhabi im Februar einen gepanzerten Jeep vorgestellt, der stark an einen Geländewagen des US-Militärs – den HMMWV – erinnere.

Am Stand des chinesischen Rüstungskonzerns China North Industries Corporations sei zudem ein Raketenwerfer ausgestellt gewesen, der einem System des US-Rüstungsherstellers Lockheed Martin verdächtig ähnlich sei; ausserdem ein unbemanntes Flugzeug, das viel mit der amerikanischen Predator-Kampfdrohne gemeinsam habe.

China kopiert jetzt auch mit Lizenz

Schon Ende 2012 hatte China den neuen Kampfjet J-31 getestet. Er sehe aus wie eine Kopie der amerikanischen F-22, sagten Experten schon damals. Die neuen Kampfhelikopter, an denen China derzeit arbeite, seien zudem an das Modell Tiger angelehnt, die der europäische Flugzeughersteller Eurocopter entwickelt. China baue aber mittlerweile nicht mehr nur illegal Waffensysteme nach, sondern kopiere teilweise ganz legal: Der Helikopter Harbin Z-9 sei nach dem Vorbild des Eurocopter-Modells AS 365 Dauphin konstruiert worden, und zwar mit Lizenz.

China bestreitet zwar weiterhin, bei der Entwicklung seiner Rüstungssysteme im Ausland abzuschauen. Doch es ist nicht das erste Mal, dass gegen chinesische Waffenlieferanten Plagiatsvorwürfe laut werden. In diesem Zusammenhang ist im selben Atemzug meist auch von Spionage die Rede: Erst vor wenigen Wochen war berichtet worden, dass US-Rüstungsfirmen von chinesischen Hackern angegriffen worden sein sollen (Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete), die im Dienste des Staates stehen; ein weiteres Indiz dafür, dass Chinas Geheimdienste gezielt ausländische Rüstungsunternehmen ausspionieren.

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