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Afghanistan: Erhöhte Sicherheit vor Unabhängigkeitstag

Vor dem afghanischen Unabhängigkeitstag am Montag sind die Sicherheitsvorkehrungen landesweit verschärft worden.

Mehr als 7000 Polizisten wurden im Umkreis der Hauptstadt Kabul in Alarmbereitschaft versetzt, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte. Am Montag begeht die Regierung von Präsident Hamid Karsai den 89. Tag der Unabhängigkeit Afghanistans von britischer Kolonialherrschaft im Jahre 1919.

Laut Innenministerium wurden 5000 Reservepolizisten zum Dienst verpflichtet, auch sämtliche Kadetten waren im Einsatz. Es handelt sich demnach um die grösste Sicherheitsoperation in Kabul seit dem Sturz der Taliban im Herbst 2001. Der Ort der offiziellen Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag wurde geheim gehalten, um das Risiko von Anschlägen gering zu halten.

Die Sicherheitsmassnahmen erfolgten unter dem Eindruck neuer schwerer Kämpfe im Süden und Osten des Landes, denen am Wochenende fast 100 Menschen zum Opfer fielen. Insgesamt kamen nach Behördenangaben mindestens 73 Aufständische, zehn Polizisten und neun Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen ums Leben. Blutige Gefechte sowie tödliche Anschläge wurden aus den Provinzen Kandahar, Helmand, Paktia und Sabul gemeldet.

Die Gewalt erschwert die humanitäre Arbeit

Seit Beginn des Jahres wurden in Afghanistan mehr als 3200 Menschen getötet, überwiegend Taliban-Kämpfer. Die Gewalt mache die humanitäre Arbeit in der Region immer schwieriger, sagte der Leiter des International Rescue Committee (IRC) in Afghanistan, Ciaran Donnelly. Die in New York ansässige Organisation hat in den vergangenen Tagen vier Mitarbeiter bei Angriffen der Taliban verloren, darunter drei Frauen.

Mit Blick auf die Bundeswehrpräsenz im Norden Afghanistan sagte Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung, er erwarte von der afghanischen Regierung, ab 2009 mehr Verantwortung für die Sicherheit im eigenen Land zu übernehmen. «Innerhalb der nächsten sechs bis neun Monate sollen die afghanischen Kräfte die Hauptstadt Kabul selbst sichern können», sagte Jung der «Rheinischen Post».

AP/mbr

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