Verseuchtes Rindfleisch wurde ins ganze Land verschickt

Offenbar hat radioaktiv verseuchtes Fleisch mittlerweile weitere Präfekturen erreicht. Die japanische Regierung will nun ein Verbot für Rindfleisch aus der Region Fukushima verhängen.

Womöglich bald verboten: Ein Kalb wird in Motomiya, rund 50 Kilometer von Fukushima entfernt, auf dem Markt entladen. (14. Juli 2011)

Womöglich bald verboten: Ein Kalb wird in Motomiya, rund 50 Kilometer von Fukushima entfernt, auf dem Markt entladen. (14. Juli 2011)

(Bild: AFP)

In Japan haben weitere Regionen die Entdeckung von radioaktiv verseuchtem Rindfleisch gemeldet. Insgesamt seien 132 Rinder, die Stroh mit hohen Werten radioaktiven Cäsiums gefressen hätten, über das Land verteilt verschickt worden, berichteten japanische Medien.

Einem Bericht des Senders NHK zufolge ist davon auszugehen, dass verseuchtes Fleisch 36 der 47 japanischen Präfekturen in Japan erreichte. Betroffen sei auch Tokio. Einige Supermärkte in der Hauptstadt warnten mit Schildern vor radioaktivem Rindfleisch.

Verbot für Fleisch aus Fukushima

Die Regierung will am Dienstag ein Verbot für Rindfleisch aus der Präfektur Fukushima verhängen, wo das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi durch das Erdbeben und den Tsunami im März schwer beschädigt worden war und noch immer Radioaktivität ausstrahlt.

Der stellvertretende japanische Gesundheitsminister Kohei Otsuka erklärte, das Verbot könne möglicherweise auch auf Gegenden ausserhalb Fukushimas ausgeweitet werden.

Japan hat bislang kein zentrales System zur Prüfung von Radioaktivitätswerten in Nahrungsmitteln eingeführt und verlässt sich stattdessen auf Tests örtlicher Behörden. Nach Regierungsangaben besteht aber kein unmittelbares Gesundheitsrisiko durch den Verzehr normaler Mengen an Rindfleisch, auch wenn dieses radioaktiv verseucht ist.

kpn/sda

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