«Knochenkiller» in Japans Katastrophenregion entdeckt

Kein Tag ohne neue Hiobsbotschaft aus Japan: Bei Bodenproben in der Präfektur Fukushima sind nun auch Spuren von radioaktivem Strontium entdeckt worden – ein hochgefährlicher Stoff.

Verlassen und verstrahlt: Die Stadt Iitate in der Präfektur Fukushima am 25. Mai 2011.

Verlassen und verstrahlt: Die Stadt Iitate in der Präfektur Fukushima am 25. Mai 2011.

(Bild: Keystone)

Der gefährliche Stoff Strontium sei an elf verschiedenen Standorten in der Provinz Fukushima gefunden worden, wo auch das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 steht. Dies gab das Wissenschaftsministerium bekannt. Nach Aussagen der Atomaufsichtsbehörde sei es aber unwahrscheinlich, dass das Strontium eine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellt, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Wissenschafter sprechen bei Strontium auch von einem «Knochenkiller». Es schädige das Knochenmark und könne Leukämie (Blutkrebs) auslösen.

100'000 Tonnen verseuchtes Wasser

Unterdessen begann Tepco, der Betreiber von Fukushima 1, ein neu installiertes System zur Behandlung von verseuchtem Wasser zu testen. Damit könne Wasser von radioaktiven Materialien gereinigt werden. Die Reparaturtrupps des AKW setzen seit Monaten Millionen Liter Wasser ein, um die beschädigten Reaktoren zu kühlen.

Die Brühe ist inzwischen radioaktiv verseucht und behindert die Reparaturarbeiten an den Kühlsystemen. Im zerstörten Atomkraftwerk schwappen nach Angaben von Tepco mehr als 100'000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser.

bru/sda

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