Japan schaltet weiteren Reaktor ab

Im Westen des Landes kam es erneut zu einem Zwischenfall in einem AKW. Radioaktivität ist laut den Behörden jedoch keine ausgetreten. Doch der Vorfall wirkt sich auf die prekäre Stromversorgung aus.

Nur noch wenige sind am Netz: Das AKW Ooi. (Archivbild)

Nur noch wenige sind am Netz: Das AKW Ooi. (Archivbild)

(Bild: AFP)

Wegen eines technischen Problems soll in Japan ein weiterer Atomreaktor vom Netz genommen werden. Betroffen ist das Atomkraftwerk Ooi im Westen des Landes, wie der Energieversorger Kansai Electric Power mitteilte.

Grund für die Abschaltung sei ein Druckverlust in einem Borsäurebehälter, der für Notfallsituationen bereitsteht. Bislang sei kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden, hiess es von dem Energiekonzern. Wann der Reaktor wieder ans Netz gehen könne, sei derzeit noch unklar.

Stromverbrauch reduzieren

Durch die Abschaltung des Reaktors wird die derzeit unzureichende Stromversorgung in Japan weiter verschärft. Mit der jüngsten Abschaltung sind nur noch lediglich 18 der 54 Reaktoren in Japan am Netz, nachdem bereits eine Vielzahl von Reaktoren nach dem Erdbeben und anschliessendem Tsunami vom 11. März abgeschaltet worden war.

Wegen des Atomunfalls im Atomkraftwerk Fukushima wurden viele Reaktoren als Vorsichtsmassnahme vorerst nicht wieder ans Netz genommen.

Um Engpässe bei der Stromversorgung im Sommer zu vermeiden, riefen die Behörden Unternehmen und Verwaltungen im Raum Tokio auf, ihren Stromverbrauch zu reduzieren. Wegen der starken Nutzung von Klimaanlagen wird das Stromnetz im Sommer besonders belastet. In der von Kensai Electric Power versorgten Region wurden die Kunden gebeten, freiwillig Strom zu sparen.

kpn/sda

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