Japan plant riesige Putzaktion

Die verstrahlten Böden in Japan werden grossflächig dekontaminiert. Wo die ausgehobene Erde am Ende entsorgt wird, bleibt jedoch offen. Im AKW Fukushima hat sich die Lage unterdessen stabilisiert.

Mühsame Arbeit: Dekontaminierung eines Kindergartens in der Stadt Minamisoma, 20 Kilometer vom AKW Fukushima entfernt.

Mühsame Arbeit: Dekontaminierung eines Kindergartens in der Stadt Minamisoma, 20 Kilometer vom AKW Fukushima entfernt.

(Bild: Keystone)

Japan will mit Beginn des kommenden Jahres mit der Dekontaminierung radioaktiv belasteter Gebiete um Fukushima anfangen. Die Regierung beschloss, in Gebieten, die Strahlenwerte von unter 20 Millisievert jährlich aufweisen, die Belastung für die Bürger bis August 2013 zu halbieren. Die Belastung ist der Grenzwert für Evakuierungen. Für Kinder wird eine Reduzierung um 60 Prozent angestrebt.

Die Arbeiten zur Dekontaminierung umfassen neben der Präfektur Fukushima mit dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auch andere Teile der nordwestlichen Region Tohoku sowie Regionen im Grossraum Tokio. Mit der Festlegung auf ein Datum will die japanische Regierung den rund 160'000 Evakuierten einen Zeithorizont geben, um sich auf eine Rückkehr in ihre frühere Heimat vorzubereiten und die derzeitige Ungewissheit beenden.

Bis zu fünf Zentimeter abgetragen

Die Planung der Regierung sieht zudem vor, Gebiete, wo die Strahlenwerte über 20 Millisievert jährlich liegen, schrittweise zu reduzieren. Dazu gehört die Sperrzone im Umkreis von 20 Kilometern um die Atomruine Fukushima Daiichi. Der Staat übernimmt die Verantwortung und die Kosten der Reinigungsarbeiten. So wurde in manchen Orten der Boden fünf Zentimeter tief abgetragen. Doch neue strahlende Substanzen, die von den Bäumen gewaschen und geweht wurden, liessen die radioaktive Belastung auf dem gereinigten Boden wieder ansteigen.

Verstrahlte Böden und Schutt sollen in Zwischenlager transportiert werden. Auch die Asche von Abfallverbrennungsöfen, die mit über 8000 Bequerel pro Kilogramm strahlt, muss zwischengelagert werden. Die Entsorgungsfrage ist jedoch noch offen. Die Regierung drängt daher lokale Behörden, Abraum zu sammeln, bis ein Endlager gefunden ist.

jak/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt