Japan plant den Atomausstieg bis 2040

Eineinhalb Jahre nach der AKW-Katastrophe Fukushima gibt Japan den Laufplan für den Atomausstieg bekannt. Die Regierung will der Kernenergie bis 2040 schrittweise den Rücken kehren.

In Japan hat der Widerstand gegen die Atomenergie stetig zugenommen: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.

In Japan hat der Widerstand gegen die Atomenergie stetig zugenommen: Ein Journalist mit einer Maske vor dem AKW Fukushima.

(Bild: Keystone)

Die japanische Regierung hat heute den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2040 verkündet. Der Beschluss folgt anderthalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe von Fukushima.

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, welche die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können.

Radikale Kehrtwende

Nach der Schweiz und Deutschland ist Japan damit das dritte Land, das nach der Katastrophe in Fukushima am 11. März 2011 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen hat. Der japanische Ministerpräsident Noda hatte den Entscheid vom Freitag bereits am Mittwoch angedeutet.

Der Entscheid zum Atomausstieg markiert eine radikale Kehrtwende zur bisherigen japanischen Energiepolitik. Im Jahr 2010 hatte sich das Land zum Ziel gesetzt, den Anteil an Atomstrom an der gesamten Stromproduktion bis zum Jahr 2030 auf über 50 Prozent zu erhöhen.

Wie die japanische Regierung am Freitag bekannt gab, will sie den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2030 auf 30 Prozent hochfahren. Zudem soll der Stromverbrauch insgesamt vom Niveau des Jahres 2010 bis 2030 um zehn Prozent gesenkt werden.

wid/AFP

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