Fukushima-Betreiber steht vor Verstaatlichung

Der Stromproduzent Tepco hat den Staat um weitere Milliardenhilfen für die Entschädigung der Opfer der Atomkatastrophe ersucht. Die Regierung in Tokio will nun einen Schritt weitergehen.

Tepcos grösste Last: Das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi im November 2011.

Tepcos grösste Last: Das havarierte Kernkraftwerk Fukushima Daiichi im November 2011.

(Bild: Keystone)

Der japanische Atomkraftwerksbetreiber Tepco hat die Regierung um weitere Hilfen in Höhe von 700 Milliarden Yen (knapp sieben Milliarden Euro) angefragt, um Entschädigungen für von der Atomkatastrophe von Fukushima betroffene Familien auszuzahlen. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass die Regierung in Tokio den Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert habe.

Die japanische Regierung hat Tepco hat daher eine Verstaatlichung nahegelegt. Handelsminister Yukio Edano sagte, der Energiekonzern solle eine vorübergehende staatliche Kontrolle und alle anderen Alternativen in Betracht ziehen. Zuvor hatte die japanische Wirtschaftszeitung «Nikkei» berichtet, Edano wolle nach einer Kabinettssitzung zur Energiereform noch am Abend den Tepco-Präsidenten Toshio Nishizawa treffen.

Erste Tranche ausbezahlt

Die Regierung in Tokio hatte bereits im November eine erste Tranche von umgerechnet 8,4 Milliarden Euro aus einem Entschädigungsfonds freigegeben, der nach der Atomkatastrophe eingerichtet worden war. Das Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans war am 11. März durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschliessenden Tsunami schwer beschädigt worden.

Die Zerstörungen in der Anlage lösten den weltweit schwersten atomaren Unfall seit Tschernobyl 1986 aus. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete um Fukushima verlassen. Experten schätzen, dass Tepco bis März 2013 Entschädigungen in Höhe von umgerechnet knapp 43 Milliarden Euro wird zahlen müssen.

jak/sda

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