Fukushima testet den Wasserreiniger

In Rekordzeit aufgebaut, nach einem kurzen Test gleich wieder abgestellt: Die Aufbereitungsanlage für das verseuchte Wasser in den Reaktorgebäuden kämpft mit Problemen.

Diese Aufnahme der Betreiberfirma Tepco zeigt Arbeiter bei der Installation von Tanks für verseuchtes Wasser. (9. Juni 2011)

Diese Aufnahme der Betreiberfirma Tepco zeigt Arbeiter bei der Installation von Tanks für verseuchtes Wasser. (9. Juni 2011)

(Bild: AFP)

Die Aufbereitungsanlage für das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima hat in einem Testlauf etwa tausend Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser gereinigt. Das teilte der Lieferant der Anlage, der französische Atomkonzern Areva, gestern mit.

Areva hatte die Anlage zusammen mit dem US-Unternehmen Kurion in Rekordzeit aufgebaut. Nur fünf Stunden nach ihrer Inbetriebnahme war die Wiederaufbereitungsanlage am Samstag wegen eines Schadens aber gestoppt worden. Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco waren Bauteile von Kurion wegen des hohen Anteils an radioaktivem Cäsium an der zu behandelnden Flüssigkeit ausgefallen. Kurion nahm daher Anpassungen vor.

100'000 Tonnen verseuchtes Wasser

Von Dienstagmittag bis gestern hatte Tepco die Anlage einem grossangelegten Test unterzogen. Dabei wurden laut Areva tausend Tonnen hochradioaktives Wasser gereinigt. Laut einer Tepco-Sprecherin sollte gestern ein zweiter Test stattfinden, er sei aber wegen eines Problems mit einem Kurion-Messgerät verschoben worden.

Seit dem schweren Erdbeben im Nordosten Japans und dem anschliessenden Tsunami am 11. März haben sich in den Reaktorgebäuden und Turbinen des AKW Fukushima rund 100'000 Tonnen hochradioaktives Wasser angesammelt. Sie hindern die Arbeiter vor Ort daran, die Kühlsysteme für die atomaren Brennstäbe zu reparieren. Die Aufbereitungsanlage von Areva und Kurion kann nach Unternehmensangaben 50 Tonnen Wasser pro Stunde und damit 1200 Tonnen Wasser pro Tag aufbereiten. Die Radioaktivität des Wassers wird dadurch 1000 bis 10'000 Mal schwächer.

ami/sda

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