Ex-Interpol-Chef bekennt sich in China der Korruption schuldig

Meng Hongwei soll 2,1 Millionen US-Dollar Bestechungsgelder kassiert haben.

Damals noch in Lyon zu Hause: Meng Hongwei im Haupsitz von Interpol. (Reuters/Jeff Pachoud/8. Mai 2018)

Damals noch in Lyon zu Hause: Meng Hongwei im Haupsitz von Interpol. (Reuters/Jeff Pachoud/8. Mai 2018)

Der ehemalige Interpol-Chef Meng Hongwei hat sich zu Beginn seines Prozesses in China der Korruption schuldig bekannt. Meng habe während der Anhörung zugegeben, 2,1 Millionen Dollar (cirka 2,09 Millionen Franken) Bestechungsgelder angenommen zu haben, erklärte das zuständige Gericht in der nordostchinesischen Stadt Tianjin am Donnerstag im chinesischen Kurzbotschaftendienst Weibo.

Der frühere chinesischer Vize-Minister für öffentliche Sicherheit Meng habe vor Gericht «Reue gezeigt», hiess es. Das Urteil gegen ihn werde zu späterer Zeit verkündet, schrieb das Gericht.

Meng Hongwei war im September 2018 während eines Besuchs in China verschwunden. Er lebte zuvor in Lyon, dem Sitz der internationalen Polizeibehörde in Frankreich. Später teilten die chinesischen Behörden mit, er sei der Korruption beschuldigt worden und von seinem Posten an der Spitze von Interpol zurückgetreten.

Auch von der Kommunistischen Partei wurde er ausgeschlossen. Die Vorwürfe beziehen sich auf Mengs Zeit als Leiter der Marinepolizei und als stellvertretender Minister für öffentliche Sicherheit in China.

Ein «klassischer Kriminalfall»

Die Vorwürfe gegen Meng kamen inmitten einer Anti-Korruptionskampagne des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping in den Reihen hochrangiger chinesischer Parteikader. Kritiker sehen in der Kampagne eine Strategie Xis, politische Gegner loszuwerden.

Im Mai gewährte Frankreich Mengs Frau Grace und ihren beiden Kindern politisches Asyl. China hatte Frankreich daraufhin «Missbrauch» des in Frankreich üblichen Asylverfahrens vorgeworfen. Ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums hatte damals erklärt, die Strafverfolgung gegen Meng Hongwei sei ein «klassischer Kriminalfall» und keine «sogenannte politische Verfolgung».

fal/afp

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