Evakuierte dürfen in Fukushima-Sperrzone zurück

Japan hat die Evakuierungsempfehlung für Gebiete im Umkreis zwischen 20 und 30 Kilometern um das zerstörte AKW Fukushima aufgehoben. Der Staat will alles daran setzen, den verseuchten Boden zu dekontaminieren.

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Der für die Bewältigung der Atomkatastrophe zuständige Minister Goshi Hosono nannte den Entscheid einen «grossen Fortschritt». Seine Regierung werde den aus Angst vor den radioaktiven Strahlen geflohenen Menschen helfen, sicher wieder zurückzukehren. Wirtschaftsminister Yukio Edano versprach den verunsicherten ehemaligen Bewohnern der betroffenen Gebiete, dass der Staat hart daran arbeiten werde, den verseuchten Boden zu dekontaminieren.

Betroffen von der am 22. April erfolgten Evakuierungsempfehlung waren die Bewohner der Stadt Hirono, Teile der Städte Minamisoma und Tamura, die Stadt Naraha und das Dorf Kawuichi. Alle diese Gebiete liegen in der Provinz Fukushima.

AKW strahlt weiter

Vor dem Erdbeben und Tsunami vom 11. März, in deren Folge es im AKW Fukushima Daiichi zu mehreren Kernschmelzen kam, lebten 59'000 Menschen in diesen Gebieten. Die meisten von ihnen waren zwischenzeitlich geflohen, doch sind einige später wieder heimgekehrt.

Aus dem AKW entweicht weiter Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als noch zu Beginn der Katastrophe. Nach offiziellen Angaben liegt die Konzentration bei 200 Millionen Becquerel pro Stunde. Das sei ein 4-Millionstel der radioaktiven Menge vor knapp sieben Monaten.

Parlament beschliesst Untersuchung

Das Parlament beschloss am Freitag, eine unabhängige Kommission mit der Untersuchung des Reaktorunglücks von Fukushima zu beauftragen. Gemäss dem durch den Senat endgültig verabschiedeten Gesetz soll eine Gruppe von 20 Parlamentariern zehn externe Spezialisten für das Komitee benennen.

Dieses soll unabhängig von einer zweiten Regierungskommission klären, wie es in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit derjenigen im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986 kommen konnte. Das japanische Unterhaus hatte dem Gesetz bereits am Donnerstag zugestimmt.

Die Kommission soll im Oktober gebildet werden und binnen sechs Monaten dem Parlament einen Bericht vorlegen. Zudem sollen die Experten Vorschläge machen, wie AKW-Katastrophen künftig verhindert werden können. Die Experten sind berechtigt, Dokumente bei örtlichen Behörden und Unternehmen einzuholen. Auch können sie Parlamentsabgeordnete und Verantwortliche der Energieunternehmen befragen.

pbe/sda

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