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#JeSuisCharlie

Der Pariser Anschlag ist auch auf Facebook und Twitter das grosse Thema. Irritation löst ein Tweet des Uvek aus.

Der Schriftzug «Je Suis Charlie» ist mittlerweile auch auf der Website der Zeitung Charlie Hebdo zu sehen.
Der Schriftzug «Je Suis Charlie» ist mittlerweile auch auf der Website der Zeitung Charlie Hebdo zu sehen.
Screenshot TA
Eine Trendmap zeigt die dominierenden Schlagwörter auf Twitter heute Nachmittag.
Eine Trendmap zeigt die dominierenden Schlagwörter auf Twitter heute Nachmittag.
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Bilder der Solidaritätskundgebungen, die in zahlreichen französischen Städten stattfinden, werden über soziale Medien geteilt.
Bilder der Solidaritätskundgebungen, die in zahlreichen französischen Städten stattfinden, werden über soziale Medien geteilt.
Screenshot TA
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Bilder und Informationen beinahe in Echtzeit: Die Geschwindigkeit beeindruckte auch, wer regelmässig «breaking news», also aktuelle Newsereignisse via soziale Medien, verfolgt. Rund um den Anschlag in Paris auf die Redaktion der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo» verbreiteten sich zeitnah Bildmaterial und Informationsschnipsel und erreichten ein Publikum, das sich über die einschlägigen Hashtags auf Twitter nach Neuigkeiten umsah. Bereits kurz nach den ersten Meldungen des Angriffs lieferte ein Video eines Augenzeugen die ersten Bilder zweier Attentäter. Auch mit weiterem Bildmaterial wurde hochaktuell versorgt, wer danach suchte. Das Video verschwand nach wenigen Minuten wieder von Facebook, war aber zuvor von Social-Media-Scouts archiviert worden und zirkulierte anschliessend weiter. Auf Twitter ist die Intensität des Medienereignisses auch an der Anzahl von Meldungen abzulesen. Bis zur Stunde wurden über eine Dreiviertelmillion Tweets allein unter dem Hashtag #CharlieHebdo abgesetzt. Social-Media-Trendkarten zeigen deutlich, wie sehr der Anschlag die heutige Diskussion auf Twitter dominierte.

Tempo an allen Fronten

Nicht nur die Meldungen zum Ereignis, sondern auch die Reaktionen darauf stellten mit ihrem Tempo Früheres in den Schatten. Binnen zwei Stunden nach dem Anschlag formierte sich auch eine breite Solidarisierung mit den Opfern und der Redaktion von «Charlie Hebdo». Nutzer Thierry Puget prägte und lancierte den Hashtag #JeSuisCharlie zusammen mit einem Bild desselben Schriftzugs auf schwarzem Grund. Zahlreiche Nutzer griffen daraufhin den Hashtag auf und verbreiteten seither die Bekundung weiter. Viele Nutzer ersetzten auch ihre Profilbilder durch «Je suis Charlie». Weit über 100'000-mal wurde der Hashtag bislang weiter geteilt.

Dem hohen Tempo, das der Nachrichtenstrom vorgab, können sich offenbar auch offizielle Stellen nicht mehr entziehen. Das zeigt sich etwa an der Eile, mit der europäische Staatschefs – ebenfalls über Twitter – Statements zum Attentat abgaben. Bereits weniger als eine Stunde nach den ersten Pressemeldungen verurteilte der britische Premier David Cameron die Tat als «verabscheuungswürdig». Auch François Hollande und Matteo Renzimeldeten sich innert kürzester Zeit zu Wort.

Der letzte Post von «Charlie Hebdo»

Derweil häufen sich die Beileidsbekundungen auf Facebook. Französische Nutzer posten verschiedene Schriftzüge in Bildform, etwas «Solidarité avec Charlie» oder «Soutien à Charlie Hebdo» (Unterstützung für Charlie Hebdo). Zahlreiche neu gegründete Gruppen beschwören die Pressefreiheit oder verurteilen das Attentat. Das letzte Statusupdate der «Charlie Hebdo»-Redaktion auf Facebook wurde um 11.12 Uhr abgesetzt, also nur Minuten vor dem Attentat. Der Beitragzeigt eine Karikatur von Isis-Führer Baghdadi und ist mittlerweile ein weiterer Kristallisationspunkt von Solidarität mit den Opfern.

Das soziale Netzwerk zeigt einmal mehr auch, dass es sich für die rasche Mobilisierung von Kundgebungen im öffentlichen Raum eignet. So wird bereits eine Anzahl von Trauermärschen über Facebook angekündigt und organisiert, die am Abend stattfinden sollen. Dies in den französischen Städten Paris, Toulouse, Rouen, Lyon oder Strassburg, aber auch im Ausland.

Empörung über UVEK-Tweet

In der Schweizer Twitter-Community sorgt derweil ein Tweet von Doris Leuthards Departement für Umwelt und Verkehr für Stirnrunzeln.

Die Meldung mit dem Text «BR Leuthard: Satire ist kein Freipass. Aber keine Darstellung, keine Publikation legitimiert Gewalt. Das ist aufs Schärfste zu verurteilen.» empört zahlreiche Nutzer, die sich am Satz «Satire ist kein Freipass» stören und diesen kritisieren. So antwortete ein Nutzer «Sehr geehrte Frau BR Leuthard: Streichen Sie den ersten Satz. Nur so tun Sie zu diesem Zeitpunkt Ihrem letzten Satz wirklich Genüge.» Ein anderer findet: «Mutlos, enttäuschend!»

Inzwischen reagierte die Bundesrätin mit einem weiteren Tweetauf die Kritik.

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