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«Es war schwer, durch diese Tür zu gehen»

Ein Jahr nach den Terroranschlägen von Paris hat das Bataclan seine Tore wieder geöffnet. Am Sting-Konzert waren auch Angehörige der Opfer dabei.

Erstes Konzert seit den Terroranschlägen vor einem Jahr: Sting steht im Bataclan auf der Bühne. (12. November 2016)
Erstes Konzert seit den Terroranschlägen vor einem Jahr: Sting steht im Bataclan auf der Bühne. (12. November 2016)
AFP
«Wir dürfen die Opfer nicht vergessen», sagte Sting.
«Wir dürfen die Opfer nicht vergessen», sagte Sting.
AFP
Eine Frau zündet eine Kerze für die Opfer an.
Eine Frau zündet eine Kerze für die Opfer an.
Keystone
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Rocklegende Sting ist ein Jahr nach den Anschlägen von Paris in dem Konzerthaus Bataclan aufgetreten, in dem 90 der 130 Menschen von Terroristen umgebracht wurden. «Wir haben heute zwei wichtige Dinge zu erledigen», sagte der 65-Jährige in fliessendem Französisch zu Beginn seines Konzerts. «Erstens, uns derer zu erinnern und zu gedenken, die in den Angriffen vor einem Jahr ihr Leben verloren haben ... und (zweitens) das Leben und die Musik in dieser historischen Stätte zu feiern. Wir dürfen sie nicht vergessen.» Er bat um eine Schweigeminute.

Die Sicherheitsmassnahmen vor dem Bataclan waren streng, Konzertbesucher mussten Leibesvisitationen über sich ergehen lassen, bewaffnete Polizisten standen an den Absperrungen Wache. Die 1000 Karten für das Konzert am Vorabend des Jahrestags waren schnell ausverkauft, der Erlös soll nach Angaben Stings an Organisationen gehen, die Opfern der Anschläge helfen. Ein Kontingent Eintrittskarten war an Hinterbliebene der Rockfans gegangen, die im Bataclan von Terroristen erschossen worden waren.

«Es war schwer, durch diese Tür zu gehen», sagte Elodie Suigo, die sechs Freunde in dem Massaker verlor. «Wir können nicht sagen, dass es ein magischer Augenblick war, weil sich alles in unserem Leben geändert hat. Aber Sting ist ein wirklich grosser Mann.»

Bataclan weist Mitglieder der Band Eagles of Death Metal ab

Mitglieder der Band Eagles of Death Metal durften dem Konzert nicht beiwohnen. «Sie sind gekommen, ich habe sie rausgeworfen, es gibt Dinge, die man nicht vergisst», sagte einer der Leiter des Bataclan, Jules Frutos. Grund für die Abweisung war eine Äusserung in einem Interview.

Sänger Hughes war einer der beiden Bandmitglieder, denen der Besuch des Konzerts verweigert wurde. Er hatte im März in einem Interview mit einem US-Fernsehsender gesagt, der Anschlag am 13. November sei im Inneren des Konzertsaals ausgelöst worden. Hughes verdächtigte in dem Zusammenhang Sicherheitsleute des Bataclan. In einem weiteren Interview, das er der als extremistisch geltenden US-Zeitschrift «Taki's» gab, sagte Hughes, er habe während des Angriffs «gesehen, wie Muslime auf der Strasse feierten».

Am Sonntag geschlossen

Das Bataclan bleibt am Sonntag, dem Jahrestag der Anschläge, geschlossen. An seiner Front soll aber eine Gedenktafel zu Ehren der Opfer enthüllt werden. Premierminister Manuel Valls erklärte zum Jahrestag in einem in mehreren europäische Zeitungen veröffentlichten Kommentar:«Ja, Terrorismus wird uns wieder treffen.» Aber:«Wir haben die Mittel, ihm zu widerstehen, und alle Kraft, zu gewinnen.»

Die Zeugin namens «Sonia» verriet das Versteck der Attentäter. Nachfolgend: Die Bilder zum Terror von Paris.
Die Zeugin namens «Sonia» verriet das Versteck der Attentäter. Nachfolgend: Die Bilder zum Terror von Paris.
Reuters
In Deutschland sind fünf Verdächtige festgenommen worden: Polizisten in Aachen. (17. November 2015)
In Deutschland sind fünf Verdächtige festgenommen worden: Polizisten in Aachen. (17. November 2015)
Ralf Hoeger, Keystone
Rettungskräfte evakuieren eine Frau aus dem Bataclan Theater und bringen sie in Sicherheit.
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Thibault Camus, AFP
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SDA/woz

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