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Video zeigt Festnahme von Charleston-Attentäter

Fünf Polizeibeamte verhafteten Dylann Roof, der zuvor in einer Kirche in South Carolina neun Schwarze erschossen hatte. Er leistete keinen Widerstand, wie ein Video nun zeigt.

Nach der offenkundig rassistischen Attacke in einer Kirche in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina hat die Polizei am Dienstag ein Video von der Festnahme des mutmasslichen Attentäters Dylann Roof veröffentlicht. Das aus einem Polizeiwagen aufgenommene Video zeigt drei Beamte, die auf ein schwarzes Auto zugehen. Ein vierter Beamter holt den 21-jährigen Roof, der ein weisses T-Shirt und eine schwarze Hose trägt, aus dem Auto und durchsucht ihn. Der junge Mann stützt dabei seine Hände mit gesenktem Kopf auf das Autodach.

Dann erscheint ein fünfter Beamter und dem Verdächtigen werden Handschellen angelegt. Bevor er in einen Polizeiwagen gebracht wird, wird Roof erneut durchsucht. Den Bildern zufolge leistete er keinen Widerstand und blieb während seiner Festnahme äusserlich ruhig.

Clinton: «Rassistischer Terrorismus»

Roof soll am Mittwoch vergangener Woche während einer Bibelstunde in Charleston in South Carolina aus rassistischen Motiven neun Schwarze erschossen haben. Danach floh er mit dem Auto nach North Carolina, wo er festgenommen wurde. Medienberichten zufolge gestand er die Tat, bei einer ersten Anhörung am Freitag wurde ihm neunfacher Mord vorgeworfen. Bei einer Verurteilung droht Roof die Todesstrafe.

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bezeichnete die Tat am Dienstag als «rassistischen Terrorismus». «Ich weiss, es ist verlockend, eine solche Tragödie als Einzelfall abzutun, zu glauben, das im heutigen Amerika Fanatismus weitgehend hinter uns liegt», sagte Clinton in einer vor allem von Afroamerikanern besuchten Kirche in Florissant im US-Bundesstaat Missouri. «Aber trotz all unserer Bemühungen und unserer stärksten Hoffnungen ist Amerikas Kampf in Rassenfragen lange noch nicht beendet.»

«Konföderierten-Flagge soll nirgendwo wehen»

Clinton unterstützte zudem den Vorstoss der Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, und anderen, die Flagge der Konföderierten vor dem Parlaments- und Regierungssitz ihres Bundesstaates abhängen zu lassen. Die Flagge «sollte dort nicht wehen – sie sollte nirgendwo wehen», sagte Clinton. Sie begrüsste die Entscheidung der grossen Einzelhändler Walmart, Sears, Amazon und Ebay, Produkte mit der Flagge aus ihrem Sortiment zu nehmen.

Die Flagge der Konföderierten – ein mit weissen Sternen besetztes blaues Andreaskreuz auf rotem Grund – ist auch heute noch an vielen Orten im Süden der Vereinigten Staaten gegenwärtig. Das Banner gilt einigen Bewohnern der Südstaaten als Symbol ihrer Geschichte. Allerdings vereinnahmten auch rassistische und gewaltbereite Organisationen wie der Ku Klux Klan die Flagge, die vor allem bei Afroamerikanern schmerzhafte Erinnerungen an ihre Diskriminierung weckt.

AFP/chk

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