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Verzögerter US-Truppenabzug wegen islamistischem Terror

Es war ein Wahlversprechen von US-Präsident Obama: Der Truppenabzug aus Afghanistan. Dieser könnte wegen dem IS, al-Qaida und den Taliban noch dauern, sagt Verteidigungsminister Carter.

Die Zusammenarbeit mit dem afghanischen Präsidenten Ghani läuft um einiges besser, als noch mit Ex-Präsident Karsai: US-Verteidigungsminister Ashton Carter trifft zum Besuch in Afghanistan ein. (21.02.2015)
Die Zusammenarbeit mit dem afghanischen Präsidenten Ghani läuft um einiges besser, als noch mit Ex-Präsident Karsai: US-Verteidigungsminister Ashton Carter trifft zum Besuch in Afghanistan ein. (21.02.2015)
Jonathan Ernst, AFP

Die USA prüfen nach den Worten von Verteidigungsminister Ashton Carter, ihre Truppen langsamer als geplant aus Afghanistan abzuziehen.Mit der neuen afghanischen Führung sollte ein ernsthafter Dialog über den Abzugsplan geführt werden, sagte Carter am Samstag in Kabul nach einem Treffen mit Präsident Ashraf Ghani.

Nach Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan zum Jahreswechsel sind nach den Worten von Carter derzeit noch mehr als 10'000 US-Soldaten in dem Land stationiert. Die Hälfte der Soldaten soll nach bisherigen Plänen bis Ende dieses und der Rest bis Ende 2016 Afghanistan verlassen - also noch vor Ende der Amtszeit von Präsident Barack Obama im Januar 2017.

Erheblich verbesserte Zusammenarbeit

Hintergrund der neuen Überlegungen ist, dass eine längere und stärkere Truppenpräsenz im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban, das Terrornetzwerk al-Qaida und Ableger der Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) sinnvoll sein könnte.

Darüber hinaus hat sich die Zusammenarbeit der US-Regierung und ihrer Verbündeten mit der neuen afghanischen Einheitsregierung von Präsident Ghani im Vergleich zu Vorgänger Hamid Karzai erheblich verbessert. Ghani hatte Obama und die US-Militärführung aufgefordert, ihre Pläne für den Truppenabzug aus Afghanistan zu überdenken.

Verlustreichstes Jahr seit 2001

Zum Jahreswechsel war der NATO-geführte ISAF-Kampfeinsatz in Afghanistan nach 13 Jahren zu Ende gegangen. An der Folgemission «Resolute Support» zur weiteren Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte durch Ausbildung und Beratung sind etwa 12'000 Soldaten aus 40 Staaten beteiligt. Das grösste Kontingent stellen die USA.

Für die Sicherheit im Land sind die afghanische Armee und Polizei nun aber selbst verantwortlich. Im vergangenen Jahr kamen in Afghanistan fast 5000 Soldaten und Polizisten um Leben - es war das verlustreichste Jahr seit Beginn des Kriegs gegen die Taliban 2001. Auch fast 3700 Zivilisten wurden UNO-Daten zufolge getötet.

Afghanistan ist die erste Auslandsreise des neuen US-Verteidigungsministers. Carter hatte am Dienstag als Nachfolger von Chuck Hagel seinen Amtseid abgelegt. Der 60-Jährige ist bereits der vierte Verteidigungsminister seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama im Januar 2009.

SDA/rsz

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