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Verschwörungstheorien nach Flugzeugabsturz

Mexikos Innenminister Juan Camilo Mouriño starb beim Absturz eines Flugzeugs. Viele Mexikaner glauben, die Drogenmafia stecke hinter dem Unglück.

Der Learjet, in dem Mexikos Innenminister Juan Camilo Mouriño von einer Veranstaltung in die Hauptstadt zurückkehrte, ist am Dienstag während des Landeanflugs abgestürzt und nahe einer Schnellstrasse zerschellt. Die acht Insassen des Kleinflugzeuges kamen ums Leben – neben dem Innenminister mehrere Funktionäre, die Besatzungsmitglieder sowie José Luis Santiago Vasconcelos, der bis vor kurzem ein wichtiger Exponent im Kampf gegen die Drogenmafia war. Die Maschine schlug mit einer Geschwindigkeit von über 300 Stundenkilometern auf. Dabei wurden sechs Passanten getötet und über 40 teils schwer verletzt.

Da es den Sicherheitskräften in jüngster Zeit gelungen ist, zahlreiche Kartellbosse zu verhaften, geht in der Öffentlichkeit der Verdacht um, der Absturz sei eine Vergeltungsaktion des organisierten Verbrechens. Allerdings gibt es bisher keine Anzeichen für ein Attentat. Die Black Boxes der Unglücksmaschine werden gegenwärtig in den USA ausgewertet. Erste Indizien deuten auf menschliches Versagen hin. Angeblich habe es der Pilot der Unglücksmaschine unterlassen, beim Landeanflug die Geschwindigkeit genügend zu drosseln. Dadurch näherte er sich einer vor ihm fliegenden Boeing, was die Fluglotsen entweder übersahen oder tolerierten. Laut Experten dürfte der Learjet in die vom landenden Grossraumflugzeug erzeugten Luftwirbel geraten sein, worauf der Kapitän die Kontrolle über seine Maschine verloren hat. Für einen Notruf an den Kontrollturm reichte es offenbar nicht mehr.

Der erst 37-jährige Mouriño war ein enger Vertrauter und Freund von Staatspräsident Felipe Calderón. Da er in Madrid geboren wurde und die mexikanische Nationalität erst als junger Erwachsener erwarb, bezeichnete die linke Opposition seine im Januar erfolgte Ernennung zum Innenminister als verfassungswidrig. Mouriño entstammt einer reichen Unternehmerfamilie und studierte in den USA Ökonomie. Später betätigte er sich mit grossem Erfolg als Berater, Teilhaber und Manager zahlreicher mexikanischer Konzerne und Interessenverbände. Daneben verhalf ihm sein Förderer Calderón innerhalb der nationalen Machtelite sowie der konservativen Regierungspartei PAN zu einer Blitzkarriere.

Der Aufstieg des selbstbewussten Jungpolitikers wurde allerdings von Korruptionsvorwürfen überschattet. Als Innenminister wirkte Mouriño zunehmend überfordert, insbesondere im Kampf gegen die bedrohlicher werdende Drogenmafia. Kurz vor dem Unglück zirkulierten Gerüchte, wonach sich Calderón gezwungen sehe, seinen Ziehsohn aus dem Regierungskabinett zu entlassen.

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