Zum Hauptinhalt springen

Verhafteter Mann gibt Spionage für Russland zu

Einer der zehn in den USA festgenommenen Agenten hat Spionage für den russischen Auslandsgeheimdienst SWR zugegeben. Derweil wird auf Zypern mit Hochdruck gefahndet.

Verhaftete Agenten vor Gericht: Der geständige Juan Lazaro ist der Mann ganz rechts.
Verhaftete Agenten vor Gericht: Der geständige Juan Lazaro ist der Mann ganz rechts.
Keystone

Das geht aus einem Dokument der US-Ermittler hervor, das am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP vorlag. In dem Schreiben heisst es, der Verdächtige namens Juan Lazaro habe nach eigenen Angaben zusammen mit einer weiteren Festgenommenen, einer peruanischen Journalistin, in einem Haus ausserhalb von New York gelebt, das vom SWR gezahlt worden sei. Die Frau übergab demnach im Auftrag des Mannes Briefe an den russischen Auslandsgeheimdienst.

Die US-Behörden hatten am Montag mitgeteilt, einen mutmasslichen russischen Spionage-Ring zerschlagen zu haben. Vier Paare und drei Einzelpersonen, die zum Teil auch Kinder haben, sollen jahrelang als Durchschnittsbürger getarnt für Russland spioniert haben. Die ersten der zehn Verdächtigen wurden am Donnerstag der Justiz vorgeführt. Neben Agententätigkeit wird neun von ihnen auch Geldwäsche vorgeworfen.

Die Journalistin soll auf Kaution von 250'000 Dollar in den Hausarrest entlassen werden. Zwei weitere Verdächtige müssen hingegen in Untersuchungshaft bleiben. Der Regierung lägen starke Beweise gegen das Paar vor, sagte der Richter. Ein Entscheid über den geständigen Mannes wurde vertagt.

Fahndung mit Hochdruck

In Zypern fahndeten die Behörden derweil mit Hochdruck nach dem untergetauchten elften Verdächtigen. Alle Häfen und Flughäfen der Insel und die Pufferzone zur Türkischen Republik Nordzypern wurden streng überwacht, wie aus Polizeikreisen verlautete.

Der Mann könnte versuchen, vom griechisch-zyprischen Teil in das Gebiet im Norden der Mittelmeerinsel zu gelangen. Da die Türkische Republik Nordzypern international nicht als Staat anerkannt wird, bestehen auch keine Auslieferungsabkommen mit anderen Ländern.

Der 54-jährige Kanadier war am Dienstagmorgen am Flughafen von Larnaca im Zusammenhang mit der Aufdeckung eines mutmasslichen russischen Spionage-Rings in den USA festgenommen worden.

Zypern hofft auf rasche Festnahme

Er wurde vor einer möglichen Auslieferung an die USA gegen Zahlung einer Kaution von 26'500 Euro aber wieder auf freien Fuss gesetzt, seine Reisepapiere wurden einbehalten. Am Mittwochabend meldete sich der Mann jedoch nicht wie verfügt bei der Polizei.

Justizminister Loukas Louka sagte, die Behörden hätten Hinweise auf seinen Aufenthaltsort. «Wir haben Informationen. Wir wissen grob, wo er sich aufhält», sagte Louka. Ein Fahndungsaufruf zeigte ein Bild des Flüchtigen mit blauen Augen und einem schmalen grauen Schnurrbart.

US-Aussenministeriumssprecher Philip Crowley sagte in Washington, dem Kanadier sei «unnötigerweise die Gelegenheit zur Flucht gegeben worden». Wie befürchtet, habe er genau das getan.

SDA/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch