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US-Justizministerin in der Defensive

Loretta Lynch will nach einer privaten Zusammenkunft mit Ex-Präsident Bill Clinton Sorgen entgegentreten, Ermittlungen gegen dessen Frau Hillary seien politisch nicht neutral.

Traf sich spontan mit Bill Clinton: Loretta Lynch während einer Rede in Washington. (14. Juni 2016)
Traf sich spontan mit Bill Clinton: Loretta Lynch während einer Rede in Washington. (14. Juni 2016)
Cliff Owen, Keystone

US-Justizministerin Loretta Lynch ist Befürchtungen entgegengetreten, eine Untersuchung zur E-Mail-Praxis von Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton könnte politisch nicht neutral sein. Nach einem umstrittenen Treffen mit Clintons Mann Bill versicherte Lynch heute, sie werde den Empfehlungen von Staatsanwälten befolgen, ob im Fall um die Ex-Aussenministerin Strafanzeige erstattet werden soll.

Lynch war mit Bill Clinton an Bord ihres Flugzeugs an einem Flughafen in Phoenix zu einem privaten Treffen zusammengekommen. Sie räumte ein, dass die spontane Aktion «einen Schatten» auf die öffentliche Wahrnehmung der Ermittlungen geworfen habe. «Ich würde das sicher nicht noch einmal tun», sagte Lynch.

Ermittlungen kein Thema bei Treffen

Gegenüber Reportern hatte die Justizministerin erklärt, dass die Zusammenkunft nicht geplant gewesen sei. Der Ex-Präsident habe über seine Enkelkinder gesprochen und ihr erzählt, dass er in Arizona Golf gespielt habe. Zudem hätten sie über ihre gemeinsame Bekannte Ex-Justizministerin Janet Reno geredet. Laut Lynch wurde bei dem Treffen nicht über die Ermittlungen gesprochen.

FBI-Agenten und Staatsanwälte untersuchen, ob vertrauliche Informationen falsch behandelt wurden, als Hillary Clinton während ihrer Zeit als Aussenministerin von 2009 bis 2013 dienstliche E-Mails über einen privaten Server laufen liess. Das Ergebnis der Untersuchung dürfte den Präsidentschaftswahlkampf beeinflussen. Clinton wird voraussichtlich Präsidentschaftskandidatin der Demokraten.

«Nur Zufall?»

Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, schrieb über Twitter, «Bills Treffen wurde wahrscheinlich von Hillary initiiert und verlangt». Beweise dafür lieferte er nicht, sondern schrieb: «Glaubt irgendjemand wirklich, dass dieses Treffen nur Zufall war?»

Bill Clinton und das Wahlkampfteam seiner Frau wollten die Äusserungen Lynchs nicht kommentieren. Der republikanische Senator Marco Rubio sagte imRadio, selbst Demokraten hätten zugegeben, dass das Privatgespräch zwischen dem Ex-Präsidenten und der Justizministerin ein Alarmsignal sende.

Lynch sagte bei einer Konferenz in Colorado, sie verstehe, dass das Privattreffen so aussehen könnte, als ob damit die Neutralität der Untersuchung gefährdet werde.

SDA/nag

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