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US-Firmen bezahlten für Lockerbie-Opfer

In der Lockerbie-Einigung verpflichtete sich Libyen die Hinterbliebenen des Flugzeug-Attentats zu entschädigen. Gemäss einem Medienbericht, wollte sich Ghadhafi das Geld mittels Erpressung beschaffen.

Was übrig blieb: Das Flugzeugwrack von Lockerbie. (Archivbild 1988)
Was übrig blieb: Das Flugzeugwrack von Lockerbie. (Archivbild 1988)
Keystone

Die libysche Führung hat einem US-Bericht zufolge Teile der Kosten für die Entschädigung von Lockerbie-Hinterbliebenen auf Unternehmen in den USA abwälzen wollen. Mitarbeiter von Machthaber Muammar al-Ghadhafi hätten US-Konzerne mit Geschäftsinteressen in Libyen vor allem im Energiebereich 2009 gedrängt, hohe Summen nach Libyen zu überweisen, berichtete heute die «New York Times». Den Unternehmen sei mit «ernsten Konsequenzen» gedroht worden, sollten sie der Bitte nicht nachkommen. Einige Unternehmen hätten tatsächlich Geld an Libyen gezahlt.

Um ihre Isolierung zu beenden, hatte die libysche Führung sich 2008 zur Zahlung von 1,5 Milliarden Dollar an die Hinterbliebenen des Flugzeugattentats über dem schottischen Lockerbie im Jahr 1988 bereit erklärt. Das Attentat soll von Libyens Geheimdienst ausgeführt worden sein. Die Lockerbie-Einigung hatte es in den vergangenen Jahren vielen Unternehmen ermöglicht, wieder in Libyen Geschäfte zu machen. Das Land erlebte einen Investitions-Boom.

Viele Firmen wehrten sich

Die «New York Times» beruft sich in ihrem Bericht über die Geldforderungen an US-Konzerne auf Informationen des US-Aussenministeriums. In einem internen Ministeriumsbericht vom Februar 2009 sei die Rede davon, dass sich viele Grossunternehmen gegen die Zahlungen wehrten, «dass aber kleinere Unternehmen nachgeben und zahlen könnten».

Welche Unternehmen Zahlungen leisteten, ist der Zeitung zufolge unklar. Das Blatt weist aber darauf hin, dass einige Grosskonzerne bei Vertragsabschlüssen Geld zahlten. Der US-Ölkonzern Occidental Petroleum habe einen «Unterzeichnungsbonus» von einer Milliarde Dollar an Libyen gezahlt. Der kanadische Konzern Petro-Canada sei ähnlich vorgegangen. Das US-Bauunternehmen Caterpillar hingegen habe laut US-Diplomaten Zahlungen verweigert und sei daraufhin von Libyen blockiert worden, schreibt die «New York Times».

AFP

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