Zum Hauptinhalt springen

US-Amokschütze war «betrügerischer» Banker

Der US-Soldat Robert Bales, der in Afghanistan 16 Zivilisten erschoss, soll früher als Aktienhändler bereits mit Wertpapieren betrogen haben. Ausserdem scheint er sich kaum an seine Tat zu erinnern.

rub/ jak
Hier sitzt Robert Bales ein: Gefängnis in Fort Leavenworth in Kansas. (Undatierte Aufnahme der Gefängnisverwaltung)
Hier sitzt Robert Bales ein: Gefängnis in Fort Leavenworth in Kansas. (Undatierte Aufnahme der Gefängnisverwaltung)
Keystone

Der Amokschütze von Afghanistan ist 2003 von einem Schiedsgericht zur Zahlung von 1,5 Millionen Dollar verurteilt worden. Robert Bales war des Wertpapierbetrugs schuldig gesprochen worden. Die Summe steht noch aus.

Nach Erkenntnissen der Nationalen Vereinigung der Wertpapierhändler verhielten sich Bales, ein weiterer Mann und sein Unternehmen betrügerisch, brachen ihre Treuhänderpflicht, betrieben ungenehmigten Handel und verfolgten unangemessene Investitionen.

Wie aus entsprechenden Unterlagen hervorgeht, wurde im Jahr 2000 im Staat Ohio eine Beschwerde gegen Bales eingereicht, als er Aktienhändler war. Das Schiedsgericht bezeichnete sein Vorgehen seinerzeit als «betrügerisch und arglistig». Etwa eineinhalb Jahre nach Eingang der Beschwerde, nur zwei Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001, ging Bales zu den Streitkräften.

Bales spricht mit seinem Anwalt

Der mutmassliche US-Amokschütze kann sich nach Angaben seines Anwaltes nur an wenige Details aus der Nacht der Bluttat in Afghanistan erinnern. Das teilte Verteidiger John Henry Browne am Montag nach einem ersten Treffen mit seinem Mandanten, dem Soldaten Robert Bales, mit. Dem US-Feldwebel wird vorgeworfen, vor eineinhalb Wochen seinen Stützpunkt in der südafghanischen Provinz Kandahar verlassen und 16 Menschen getötet zu haben.

«Er erinnert sich an manche Dinge, die in der Nacht geschahen. Er hat ein paar Erinnerungen von vor dem Vorfall und er hat ein paar Erinnerungen von nach dem Vorfall. Von dazwischen, sehr wenig», sagte Browne in dem Militärgefängnis Fort Leavenworth im US-Staat Kansas, in dem 38-Jährige Soldat festgehalten wird. Bales, der in einer Einzelzelle sitzt, habe ihm während eines mehr als dreistündigen Gesprächs zudem eine bewegende Darstellung des Einsatzes in Afghanistan geliefert. Anklage wurde wegen des Vorfalls am 11. März noch nicht erhoben. Das soll jedoch in den kommenden Tagen eingeleitet werden.

Ehefrau spricht Familien der Opfer ihr Beileid aus

Unterdessen sprach die Ehefrau von Bales den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und sagte am Montag, sie wollen wissen, was geschehen sei. Sie und ihre Schwiegereltern seien sehr traurig. Das, was sie in der Presse über den Vorfall gelesen hätten, passe nicht zum Charakter ihres Mannes.

«Meine Familie und Bobs Verwandte sind sehr betrübt. Wir möchten den Menschen des Bezirk Pandschawai unser Beileid aussprechen. Wir fühlen mit ihnen, vor allem mit den Eltern, Brüdern, Schwestern und Grosseltern der verstorbenen Kinder», hiess es in der Mitteilung der Ehefrau.

(dapd/AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch