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US-Agenten feierten Trinkgelage mit Prostituierten

Während der Vorbereitungen auf den Kolumbien-Besuch von US-Präsident Barack Obama sollen sich Mitglieder des Secret Service und der Armee «schweres Fehlverhalten» geleistet haben.

Immer an der Seite des US-Präsidenten: Barack Obama (l.) mit Agenten des Secret Service am Flughafen von Tampa, Florida. (13. April 2012)
Immer an der Seite des US-Präsidenten: Barack Obama (l.) mit Agenten des Secret Service am Flughafen von Tampa, Florida. (13. April 2012)
Reuters
Agenten und Armee-Angehörige sollen im Vorfeld des Amerika-Gipfels Prostituierte ins Hotel El Caribe in Cartagena, Kolumbien, mitgenommen haben. (14. April 2012)
Agenten und Armee-Angehörige sollen im Vorfeld des Amerika-Gipfels Prostituierte ins Hotel El Caribe in Cartagena, Kolumbien, mitgenommen haben. (14. April 2012)
Keystone
Mitarbeiter des Secret Service in der Nähe des Kongresszentrums von Cartagena. (14. April 2012)
Mitarbeiter des Secret Service in der Nähe des Kongresszentrums von Cartagena. (14. April 2012)
Keystone
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Der US-Geheimdienst Secret Service hat zwölf seiner Agenten wegen mutmasslicher Kontakte zu Prostituierten am Rande des Amerika-Gipfels in Kolumbien abberufen. Auch fünf Mitglieder der US-Armee seien in ihre Kasernen zurückbeordert worden. Ihnen werde «schweres Fehlverhalten» vorgeworfen, erklärte der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney, gestern. Der Vorgang werde untersucht.

Die Beamten wurden noch gestern im Hauptquartier des Geheimdienstes in Washington zu den Vorwürfen befragt. Die beschuldigten Männer wurden suspendiert. Ihnen drohen Disziplinarverfahren.

Auch Stabsmitarbeiter der Armee

Auch der Kommandeur des für Mittel- und Südamerika zuständigen Southern Command der US-Armee, General Douglas Fraser, musste einräumen, dass fünf Mitarbeiter seines Stabes in den Fall verstrickt seien. Er sei «enttäuscht über den ganzen Vorfall», wurde Fraser zitiert.

Die Vorfälle hätten sich bereits vor der Ankunft Obamas in dem südamerikanischen Land abgespielt, sagte Präsidentensprecher Carney. In Kolumbien treffen sich mehr als 30 amerikanische Staats- und Regierungschefs zum Amerika-Gipfel. Der Secret Service ist vor allem für die Sicherheit des Präsidenten verantwortlich. Carney betonte, Obama sei in keinem Moment gefährdet gewesen. Der Präsident habe weiterhin volles Vertrauen in den Secret Service.

Prostituierte nicht bezahlt

Die beschuldigten Personenschützer, die von den Armeemitgliedern unterstützt werden sollten, hätten mehrere Prostituierte in ihr Hotel gebracht und dort Trinkgelage abgehalten, berichtete der Sender CNN. Ein früherer Reporter der «Washington Post» und Geheimdienst-Experte berichtete, eine Prostituierte sei zur Polizei gegangen, weil einer der US-Agenten seine Rechnung bei ihr nicht beglichen habe. Mitarbeitern des US-Geheimdienstes ist die Kontaktaufnahme zu Prostituierten streng untersagt.

Die «Washington Post» verwies darauf, dass es zuletzt mehrfach Vorfälle mit Obamas Sicherheitsbeamten gab: So sei ein Agent nach einem Vorfall vor dem APEC-Gipfel im November auf Hawaii wegen Totschlags angeklagt worden. Ein weiterer Beamter sei bei einem Einsatz zur Vorbereitung eines Besuchs von Obama im US-Bundesstaat Iowa im August der Trunkenheit am Steuer beschuldigt worden. Kurz nach Obamas Wahl 2009 war der Secret Service in die Kritik geraten, weil sich zwei Promijäger zu einem Dinner ins Weisse Haus eingeschlichen hatten: Ohne Einladung kamen die beiden unbehelligt durch die Sicherheitskontrollen.

SDA/rub

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