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USA verschieben wegen Nordkorea Raketentest

Verteidigungsminister Chuck Hagel will in der Krise mit Nordkorea keine falschen Zeichen senden: Die USA führen einen geplanten Test einer Interkontinentalrakete in Kalifornien erst im kommenden Monat durch.

Der neue Termin steht noch nicht genau fest: US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in Washington.
Der neue Termin steht noch nicht genau fest: US-Verteidigungsminister Chuck Hagel in Washington.
AFP

Die US-Regierung bemüht sich um eine Beruhigung des eskalierten Konflikts mit Nordkorea. Das Verteidigungsministerium in Washington verschob am Samstag den für kommende Woche geplanten Test einer Interkontinentalrakete auf einer Armeebasis in Kalifornien.

Das berichteten Militärkreise der Nachrichtenagentur AP. Minister Chuck Hagel habe entschieden, den lange geplanten Flug der Rakete vom Typ Minuteman 3 auf Mai zu verschieben – aus Sorge, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen.

28'500 Soldaten in Südkorea

Der Raketentest stand in keinem Zusammenhang mit dem derzeit laufenden jährlichen Grossmanöver amerikanischer und südkoreanischer Soldaten in der Krisenregion, das die kommunistische Führung Nordkoreas zuletzt scharf kritisiert hatte. An der wochenlangen Übung nehmen bis zum Monatsende auch US-Kriegsschiffe, Langstreckenbomber und Kampfjets mit Tarnkappenfunktion teil. Die USA haben 28'500 Soldaten in Südkorea stationiert.

Am Sonntag sagte der oberste General der südkoreanischen Streitkräfte einen geplanten mehrtägigen Besuch Mitte April in Washington ab. Jeong Seung-jo müsse wegen der aktuellen Spannungen im Land bleiben, erklärte die Militärführung in Seoul.

«Scharfe Drohungen»

Pyongyang hatte den USA und Südkorea mit Atomschlägen gedroht, den «Kriegszustand» erklärt und auch mindestens eine Rakete an seine Ostküste verlegt – wahrscheinlich eine noch nicht fertig getestete Rakete vom Typ Musudan mit einer Reichweite von rund 2890 Kilometern. Nordkorea hatte Mitte Februar seinen dritten unterirdischen Atomtest durchgeführt, was verschärfte Sanktionen der Vereinten Nationen nach sich zog.

Die USA verfügen über rund 450 Interkontinentalraketen vom Typ Minuteman 3 mit Atomsprengköpfen, die in unterirdischen Silos lagern. Hinzu kommen Atomraketen auf U-Booten und Bombern.

Derweil zeigt sich China «ernsthaft besorgt» über die weitere Eskalation der Korea-Krise und hat alle Beteiligten zum Dialog aufgefordert. China glaube, dass die Spannungen durch Dialog gelöst werden könnten, «egal wie sich die Lage ändert».

Das sagte Aussenminister Wang Yi in einem Telefonat mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, wie ein Ministeriumssprecher heute in Peking mitteilte. China sei gegen «provozierende Worte und Taten von irgendeiner Partei».

Sechs-Nationen-Dialog wieder aufnehmen

Das Land – traditionell ein Verbündeter des Regimes in Pyongyang – wolle vielmehr den Sechs-Nationen-Dialog mit Nordkorea, den USA, Südkorea, Japan und Russland wieder aufnehmen.

Nach Angaben des Sprechers arbeitet die chinesische Botschaft in Pyongyang normal. China habe Nordkorea aufgefordert, die Sicherheit und Interessen chinesischer Staatsbürger und Unternehmen im Land zu schützen.

Nordkorea hatte die Botschafter mehrerer Länder vor möglichen Gefahren gewarnt. Dennoch bleiben ausländische Diplomaten und ihre Mitarbeiter vorerst in Pyongyang.

Das kommunistische Regime im Norden hatte als Reaktion auf die Ausweitung von UNO-Sanktionen und südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt und den «Kriegszustand» im Verhältnis zu Südkorea ausgerufen. Zudem drohte es den USA mit einem Atomschlag. Seit den 1950er-Jahren befinden sich die Nachbarn auf der koreanischen Halbinsel formell weiter im Krieg.

SDA/wid

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