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USA lassen vier Guantanamo-Gefangene nach Saudiarabien ausreisen

Vier Häftlinge sind von Guantanamo nach Saudiarabien verlegt worden. Dort haben Angehörige sie empfangen. Barack Obama will weitere Gefangene freilassen – es sind noch 55 inhaftiert.

«Wie neugeboren»: Vier Häftlinge sind zurück in ihrer Heimat. Ein Foto veröffentlicht durch das US-Militär zeigt das geschlossene Camp X-Ray, erstes Gefängnis für al-Qaida- und Taliban-Terroristen, auf Guantanamo, Kuba. (21. November 2013)
«Wie neugeboren»: Vier Häftlinge sind zurück in ihrer Heimat. Ein Foto veröffentlicht durch das US-Militär zeigt das geschlossene Camp X-Ray, erstes Gefängnis für al-Qaida- und Taliban-Terroristen, auf Guantanamo, Kuba. (21. November 2013)
AP Photo/Charles Dharapak, Keystone

Die USA haben kurz vor dem Regierungswechsel vier weitere Häftlinge aus dem Gefangenenlager Guantanamo ausreisen lassen. Die Männer aus dem Jemen landeten am Donnerstagabend auf dem Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad, wie ein AFP-Reporter von dort berichtete.

Die vier Jemeniten wurden im Flughafen von dutzenden Angehörigen empfangen. Er fühle sich wie «neugeboren», sagte der Ex-Gefangene Salim Ahmed bin Kanad. Sein früherer Mithäftling Mohammed Bawasir wurde nach eigenen Angaben 15 Jahre in dem berüchtigten US-Gefangenenlager auf Kuba festgehalten.

Resozialisierung steht an

Nach Angaben des Innenministeriums in Riad sollen die vier Männer nun in Saudiarabien an einem Programm zur Deradikalisierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft teilnehmen.

Nach den Freilassungen sind nun noch 55 Gefangene in Guantanamo inhaftiert. Der designierte US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, es werde unter seiner Präsidentschaft keine weiteren Entlassungen geben, weil die Guantanamo-Häftlinge gefährlich seien.

Weitere Freilassungen geplant

Das Weisse Haus hatte indes am Donnerstag bekanntgegeben, in den letzten Tagen der Amtszeit von Präsident Barack Obama weitere Gefangene freizulassen. Obama hatte bei seinem Amtsantritt 2009 versprochen, das Gefangenenlager zu schliessen. Rechtliche Probleme und heftiger Widerstand im Kongress und in der Öffentlichkeit verhinderten aber, dass er das Versprechen vollständig erfüllte.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten die USA unter Präsident George W. Bush rund 780 Häftlinge auf dem US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba eingesperrt. Die meisten Verdächtigen wurden seit ihrer Festnahme in den Jahren 2001 und 2002 weder angeklagt noch verurteilt. Viele sollen gefoltert und misshandelt worden sein.

Für etwa ein Drittel der verbliebenen Gefangenen ist grundsätzlich geklärt, dass sie aus dem Lager verlegt werden können. Allerdings stehen keine Aufnahmeländer fest.

SDA/foa

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