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Unüberbrückbare Kluft

Die Latinos könnten bei den US-Präsidentschaftswahlen eine entscheidende Rolle spielen. Mitt Romney lässt zurzeit nichts unversucht, um ihre Sympathien zu gewinnen. Bisher vergeblich.

Demonstriert Verbundenheit mit den Hispanics: Mitt Romney bei einer Wahlveranstalung der National Association of Latino Elected and Appointed Officials.
Demonstriert Verbundenheit mit den Hispanics: Mitt Romney bei einer Wahlveranstalung der National Association of Latino Elected and Appointed Officials.
Keystone

Die Republikaner lassen auf ihrem Nominierungsparteitag für ihren Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney nichts unversucht, um ihre Verbundenheit mit den Hispanoamerikanern in den USA zu zeigen. Dennoch scheint der Graben zwischen Romney und den Hispanics unüberbrückbar.

Mehrere Redner mit hispanoamerikanischer Abstammung treten auf dem Parteitag der Republikaner in Florida auf. Zu ihnen gehören etwa die Gouverneurin von New Mexico, Susanna Martinez, der Abgeordnete Francisco Canseco aus Texas und der Gouverneur von Nevada, Brian Sandoval.

Es könnte Romney den Sieg kosten

Senator Marco Rubio aus Florida sollte heute Romney ankündigen, wenn dieser auf die Bühne kommt, um die Nominierung anzunehmen. Trotzdem scheint die Kluft, die Romney von den meisten Menschen hispanoamerikanischer Abstammung in den USA trennt, unüberbrückbar. Das aber könnte ihn im November den Sieg bei der Präsidentenwahl kosten, befürchten Beobachter. Denn die hispanoamerikanischen Wähler könnten den Ausschlag geben.

Sie sind stark in einigen Staaten wie Florida oder Colorado vertreten, in denen sich die Wahl entscheiden könnte. Rund 12,2 Millionen Hispanoamerikaner sind im November wahlberechtigt.

Latinos für Obama

Bei der Wahl 2008 hatten die Hispanoamerikaner in grosser Zahl für Barack Obama gestimmt. In Umfragen geniesst der Präsident auch weiter grosse Unterstützung bei ihnen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup erklärten in diesem Monat 61 Prozent der registrierten hispanoamerikanischen Wähler, sie unterstützten Obama, nur 29 Prozent stehen hinter Romney.

An Ideen, woran das liegen könnte, mangelt es nicht. Jorge Ramos, einer der bekanntesten spanischsprachigen Nachrichtenmoderatoren in den USA und in Lateinamerika, warnte vergangene Woche in einem offenen Brief an die Republikanische Partei, die Republikaner drohten die Hispanoamerikaner für die Wahl im November und damit vielleicht das Weisse Haus für viele Jahrzehnte zu verlieren.

Grund seien politische Positionen wie die von Romney, der dagegen ist, Einwanderern ohne Papiere einen legalen Status zu geben.

Feindschaft trotz Gemeinsamkeiten

Zudem tritt Romney auch noch für die sogenannte Selbst-Deportation ein. Dahinter steht die Idee, dass Menschen, die illegal in den USA sind, das Land schon wieder verlassen, wenn man ihnen das Leben nur schwer genug macht.

Dabei gebe es viele Gemeinsamkeiten zwischen den Republikanern und Menschen mit lateinamerikanischer oder spanischer Abstammung, erklärte Ramos. Dazu gehöre etwa die Abneigung gegen eine zu starke Regierung und gegen Abtreibungen. Stattdessen machten sich die Republikaner aber zum Feind der Einwanderer.

Da sieht auch Senator Rubio noch viel Handlungsbedarf. Im Sender ABC erklärte er, beide Parteien müssten mehr für Bedürfnisse der hispanoamerikanischen Wähler tun. «Die Republikaner können nicht nur eine Partei gegen illegale Einwanderung sein. Sie müssen eine Partei für die legale Einwanderung sein.»

SDA/mrs

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