Trumps Wahlkämpfer bemühten sich 2016 um Wikileaks-E-Mails

In den USA sind in der Russland-Affäre neue Einzelheiten ans Licht gekommen. Trumps Wahlkampfteam hat sich demnach um E-Mails der Demokraten im Besitz von Wikileaks bemüht.

Wollten mit gehackten E-Mails Hillary Clinton schaden: Donald Trump und sein Wahlkampfteam im Präsidentschaftswahlkampf 2016.</p><p>AP Photo/David Goldman

Wollten mit gehackten E-Mails Hillary Clinton schaden: Donald Trump und sein Wahlkampfteam im Präsidentschaftswahlkampf 2016.

AP Photo/David Goldman

Das US-Justizministerium veröffentlichte am Samstag 500 Seiten an Dokumenten, die mit dem Bericht des früheren Sonderermittlers Robert Mueller in Verbindung stehen. Aus ihnen geht etwa hervor, dass der heutige Präsident Donald Trump im Wahlkampf auf eine rasche Veröffentlichung gehackter E-Mails der konkurrierenden Demokratischen Partei gehofft habe. Er und sein Wahlkampfteam wollten demnach mit den Unterlagen Trumps Rivalin Hillary Clinton schaden.

Trump war frustriert, dass die Enthüllungsplattform Wikileaks die Mails nur langsam an die Öffentlichkeit gegeben habe. Dieses Bild habe Trumps stellvertretender Wahlkampfleiter Rick Gates in Befragungen gezeichnet. Der aussenpolitische Berater Michael Flynn - der später für kurze Zeit Präsident Trumps erster nationaler Sicherheitsberater wurde - hätte seine Kontakte im Geheimdienstmilieu nutzen sollen, um die E-Mails zu bekommen, wie Gates weiter zitiert wurde.

Die Veröffentlichung der Dokumente ist Ergebnis eines Gerichtsentscheids. Das Onlineportal BuzzFeed hatte einen Rechtsstreit mit dem Ministerium gewonnen. Es handelt sich unter anderem um Zusammenfassungen von FBI-Gesprächen mit Gates, Trumps Wahlkampfchef Paul Manafort, Trumps früherem Anwalt Michael Cohen und Trumps ehemaligem Berater Steve Bannon.

Zweijährige Untersuchung

Wikileaks hatte vor der Präsidentenwahl 2016 gehackte E-Mails der Demokratischen Partei und des Wahlkampfmanagers der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton veröffentlicht, die nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste von russischen Hackern stammten und Clinton schadeten.

Sonderermittler Mueller hatte fast zwei Jahre lang untersucht, ob es geheime Absprachen zwischen Russland und dem Wahlkampfteam des späteren Wahlsiegers Trump zum Nachteil Clintons gegeben und ob sich der Präsident der Justizbehinderung schuldig gemacht hat. Mueller kam zu dem Schluss, dass Russland versucht hatte, sich in die Wahl einzumischen. In dem im April vorgelegten Bericht stellt er auch fest, dass Trump mehrfach gegen die Untersuchung vorgegangen ist, und entlastet ihn damit nicht völlig.

scl/sda/reuters

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