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Trumps Ex-Mitarbeiterin macht Aufnahme zu Schweigegeld publik

In dem Telefon-Mitschnitt erhält Omarosa Manigault Newman ein gut dotiertes Jobangebot von Trumps Schwiegertochter.

Realität als Fortsetzung von Reality-Shows: Donald Trump und Omarosa Manigault.
Realität als Fortsetzung von Reality-Shows: Donald Trump und Omarosa Manigault.
AFP
Trump machte Manigault zur Kommunikationsdirektorin des «White House Office of Public Engagement and Intergovernmental Affairs». Damit wurde sie zuständig für den Dialog des Weissen Hauses mit der Öffentlichkeit und für interne Angelegenheiten.
Trump machte Manigault zur Kommunikationsdirektorin des «White House Office of Public Engagement and Intergovernmental Affairs». Damit wurde sie zuständig für den Dialog des Weissen Hauses mit der Öffentlichkeit und für interne Angelegenheiten.
Jonathan Ernst, Reuters
Omarosa Manigault im Jahr 2004 bei der Gala «VH1 Divas» in Las Vegas.
Omarosa Manigault im Jahr 2004 bei der Gala «VH1 Divas» in Las Vegas.
Steve Marcus, Reuters
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Seit Tagen zieht Omarosa Manigault Newman durch die Talkshows der US-Medien, um ihr Buch über Präsident Donald Trump zu bewerben. Manigault Newman kennt Trump aus der Fernsehshow «The Apprentice» und unterstützte ihn im Präsidentschaftswahlkampf 2017. Im Dezember 2017 wurde sie von Trumps Stabschef John Kelly entlassen. In ihrem Buch rechnet sie mit Trump ab und bezeichnet ihn als Rassisten.

Eine nun veröffentlichte Audioaufnahme scheint eine ihrer Thesen zu bestätigen. So schreibt sie, ihr sei nach der Entlassung von Trumps Schwiegertochter Lara Trump eine Anstellung in Trumps Wahlkampfteam für die Wiederwahl 2020 angeboten worden. Dafür sollte sie in Verbindung mit einer Geheimhaltungsvereinbarung ein monatliches Gehalt von 15'000 Dollar (etwa 14'950 Franken) beziehen. Sie bezeichnete das Angebot als «Schweigegeld». Um diese Aussage zu belegen, veröffentlichte Manigault Newman im Sender MSNBC den Mitschnitt eines Telefonats zwischen ihr und Trumps Schwiegertochter Lara Trump.

Lara Trump, die eine führende Rolle in der Kampagne zur Wiederwahl einnimmt, sagt in dem Gespräch: «Es klingt ein bisschen so, offensichtlich, dass Sie Dinge in der Hinterhand haben, die Sie hervorholen könnten.» Wenn sie an Bord der Kampange komme, dürfe aber nur positiv über Donald Trump gesprochen werden. Kurz darauf bietet sie Manigault Newman ein monatliches Gehalt von 15'000 Dollar an, das sich an den Bezügen im Weissen Haus orientiere. Manigault Newman sagt, sie habe das Angebot abgelehnt.

Lara Trump bestätigte das Jobangebot und äusserte sich in einem Statement enttäuscht über Manigault Newman. «Ich hatte eine Verbindung zu Omarosa als Freundin und Kampagnenschwester, und ich bin absolut schockiert und traurig über ihren Verrat und die Verletzung auf einem tiefen persönlichen Level.»

Manigault Newman erklärte im Interview zudem ihren Willen zu einer Zusammenarbeit mit dem US-Sonderermittler in der Russlandaffäre, Robert Mueller. Sie sei bereits von Muellers Büro kontaktiert worden. «Wenn sein Büro erneut anruft, werde ich alles mit ihnen teilen, was sie wollen.»

Ein Weisses Haus «in dem jeder lügt»

Manigault Newman hatte zuvor bereits zwei heimliche Tonbandaufnahmen aus dem Weissen Haus veröffentlicht. Am Dienstag erscheint zudem ihr Enthüllungsbuch «Unhinged» (auf deutsch etwa: «Gestört» oder «Aus den Angeln gehoben»). Sie begründete die Veröffentlichung der Mitschnitte ihrer Gespräche mit Stabschef John Kelly und Trump damit, dass sie sich selbst habe schützen wollen in einem Weissen Haus, «in dem jeder lügt».

Trump reagierte erbost und erklärte, Manigault Newman habe eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet. Damit räumte der Präsident zugleich erstmals ein, dass Regierungsmitglieder zur Unterzeichnung derartiger potenziell illegaler Vereinbarungen aufgefordert wurden.

Einem Bericht der «New York Times» zufolge herrschte im Weissen Haus nach der Veröffentlichung der ersten Aufnahmen Verunsicherung. Viele Mitarbeiter seien besorgt, dass auch sie auf anderen Aufnahmen vorkommen könnten. Manigault Newman soll noch bis zu 200 weitere Aufnahmen besitzen.

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